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Autarkiegrad und Speichergröße berechnen

Wie viel Ihres Stroms Sie selbst decken, wie viel ungenutzt ins Netz geht — und ab welcher Speichergröße zusätzliche Kilowattstunden kaum noch etwas bringen.

in Kilowattstunden, steht auf der Abrechnung

in Kilowattstunden

in Kilowattstunden. Achten Sie auf die nutzbare Kapazität — sie liegt unter der Nennkapazität. Als Anhalt: 4 kWh für Ihren Verbrauch.

Autarkiegrad

68%

Eigenverbrauchsanteil34 %
Selbst genutzt2.718 kWh
Eingespeist5.282 kWh
Weiter aus dem Netz1.282 kWh
Unsicherheit± 10 Prozentpunkte
Wie der Speicher wirkt
ohne Speicher38 %
2 kWh56 %
4 kWh · Anhaltswert65 %
6 kWh70 %
8 kWh76 %

Die Anlage ist groß im Verhältnis zum Verbrauch. Der überschüssige Strom wird eingespeist und mit der Einspeisevergütung deutlich schlechter bezahlt als selbst genutzter.

Autarkiegrad und Eigenverbrauchsanteil hängen stark vom Verbrauchsverhalten ab. Die Werte sind eine Näherung mit einer Unsicherheit von rund zehn Prozentpunkten.

Im Detail

Wohin der Solarstrom geht

Oben Ihr Verbrauch: was die Anlage deckt und was weiter aus dem Netz kommt. Darunter der Ertrag: was Sie selbst nutzen und was eingespeist wird.

Grundlagen: HTW Berlin Orientierungswerte – ersetzen keine Fachplanung oder Energieberatung. Alle Grundlagen

Auf dieser Seite

Zwei Kennzahlen, die gern verwechselt werden

Autarkiegrad und Eigenverbrauchsanteil beschreiben dieselbe Energiemenge — die selbst genutzte — aber sie beziehen sie auf verschiedene Größen.

Autarkiegrad = selbst genutzt ÷ Verbrauch

Eigenverbrauchsanteil = selbst genutzt ÷ Erzeugung

Daraus folgt ein Zielkonflikt: Eine größere Anlage hebt den Autarkiegrad, weil mehr Stunden im Jahr abgedeckt werden. Gleichzeitig senkt sie den Eigenverbrauchsanteil, weil im Sommer noch mehr Überschuss anfällt, der ins Netz geht.

Anlage bei 4.000 kWh Verbrauch Autarkie Eigenverbrauch
4 kWp, kein Speicherrund 30 %rund 32 %
4 kWp, 4 kWh Speicherrund 56 %rund 59 %
8 kWp, kein Speicherrund 38 %rund 20 %
8 kWp, 8 kWh Speicherrund 75 %rund 40 %

Näherungswerte, Unsicherheit rund zehn Prozentpunkte. Ertrag mit 950 kWh je kWp gerechnet. Beide Quoten beschreiben dieselben selbst genutzten Kilowattstunden, einmal bezogen auf den Verbrauch, einmal auf den Ertrag.

Warum die Kurve abflacht

Ein Speicher überbrückt die Nacht. Die erste Kilowattstunde Kapazität wird fast jeden Tag im Jahr voll genutzt und bringt entsprechend viel. Die zehnte Kilowattstunde wird nur an wenigen Sommertagen gebraucht, an denen ohnehin Überschuss da ist — sie steht den Rest des Jahres leer.

Deshalb steigt der Autarkiegrad zunächst steil und flacht dann ab. Die Kosten steigen dagegen linear mit jeder Kilowattstunde Kapazität. Der wirtschaftliche Punkt liegt dort, wo die Kurve zu kippen beginnt — bei rund einer Kilowattstunde je 1.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch.

Was den Autarkiegrad stärker beeinflusst als die Technik

Das Verbrauchsverhalten. Wer die Waschmaschine mittags statt abends laufen lässt, verschiebt Verbrauch in die Erzeugungszeit — ohne einen Cent zu investieren. Wer ein Elektroauto tagsüber lädt oder eine Wärmepumpe mit Vorlauf am Nachmittag betreibt, erreicht damit mehr als mit zusätzlicher Speicherkapazität.

Umgekehrt gilt: Ein Haushalt, der tagsüber leer steht, kommt ohne Speicher kaum über 25 Prozent — unabhängig davon, wie groß die Anlage ist.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Autarkiegrad und Eigenverbrauchsanteil?

Autarkiegrad und Eigenverbrauchsanteil beschreiben dieselbe Energiemenge aus zwei Richtungen. Der Autarkiegrad sagt, welchen Anteil Ihres Verbrauchs die Anlage deckt. Der Eigenverbrauchsanteil sagt, welchen Anteil der Erzeugung Sie selbst nutzen. Eine große Anlage hebt den Autarkiegrad und senkt gleichzeitig den Eigenverbrauchsanteil — beide Werte laufen gegeneinander.

Welche Speichergröße ist sinnvoll?

Als Anhalt für die Speichergröße gilt rund eine Kilowattstunde nutzbare Kapazität je 1.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch. Bei 4.000 kWh Verbrauch sind das etwa 4 bis 5 kWh. Darüber steigt der Autarkiegrad kaum noch, die Kosten aber linear weiter — die Kurve im Rechner zeigt das deutlich.

Wie viel bringt ein Speicher wirklich?

Ein Batteriespeicher bringt typischerweise 20 bis 25 Prozentpunkte mehr Autarkie. Ohne Speicher liegt eine übliche Anlage bei 30 bis 35 Prozent, mit passend dimensioniertem Speicher bei 55 bis 65 Prozent. Mehr als 70 bis 75 Prozent sind mit einem Batteriespeicher allein praktisch nicht erreichbar, weil im Winter schlicht zu wenig Ertrag anfällt.

Warum sind 100 Prozent Autarkie unrealistisch?

Eine Autarkie von 100 Prozent ist mit Photovoltaik und Batteriespeicher unrealistisch, weil die Erzeugung im Dezember bei etwa einem Zehntel des Juniwerts liegt, der Verbrauch aber gleich bleibt oder steigt. Um den Winter zu überbrücken, bräuchte es einen saisonalen Speicher in einer Größenordnung, die wirtschaftlich außer Reichweite liegt. Vollständige Autarkie ist ein Inselthema, kein Thema für Häuser am Netz.

Wie genau sind die berechneten Autarkiewerte?

Die berechneten Werte für Autarkie und Eigenverbrauch sind Näherungen mit einer Unsicherheit von rund zehn Prozentpunkten. Der tatsächliche Wert hängt stark vom Verbrauchsverhalten ab: Wer tagsüber zu Hause ist, Waschmaschine und Geschirrspüler mittags laufen lässt und ein Elektroauto tagsüber lädt, erreicht deutlich mehr als jemand, der abends nach Hause kommt. Für eine belastbare Prognose braucht es eine Simulation mit dem eigenen Lastprofil.

Wonach hier gerechnet wird

  • Näherungswerte orientiert an den Ergebnissen des Speichermonitorings der HTW Berlin
  • Bezugsgröße: Anlagenleistung in kWp und Speicherkapazität in kWh je MWh Jahresverbrauch
  • Die Werte gelten für Einfamilienhäuser mit üblichem Lastprofil
  • Ausgewiesene Unsicherheit: rund zehn Prozentpunkte

Dieser Rechner ist ein Planungshilfsmittel. Er ersetzt weder die Planung noch die Prüfung durch eine Fachkraft, die für die Ausführung verantwortlich bleibt.

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