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Wärmepumpe: Heizlast, Arbeitszahl und Kosten

Überschlägige Heizlast nach Baualter, erwartete Jahresarbeitszahl und der Kostenvergleich zur bisherigen Heizung — mit ausgewiesener Bandbreite statt Scheingenauigkeit.

in Quadratmetern

für den Warmwasserbedarf

Am günstigsten in der Anschaffung, keine Erdarbeiten. Die Leistung sinkt gerade dann, wenn am meisten Wärme gebraucht wird — an kalten Tagen.

Vorlauftemperatur

35 °C bei Flächenheizung · 45 °C bei großen Heizkörpern · 55 °C im unsanierten Bestand

Euro je kWh, Wärmepumpentarife liegen niedriger

für die bisherige Heizung, in Euro

Erforderliche Heizleistung

11,2kW

Bandbreite9,8 bis 13,3 kW
Wärmebedarf im Jahr19.900 kWh
Jahresarbeitszahl3,3 — Bewertung: im Toleranzbereich
Stromverbrauch6.004 kWh
Stromkosten im Jahr1.681 €
Erdgas bisher2.371 €
Ersparnis im Jahr690 €

Luft/Wasser-Wärmepumpen im Bestand mit hoher Vorlauftemperatur erreichen häufig nur Arbeitszahlen um 3. Prüfen Sie vor der Entscheidung, ob sich die Vorlauftemperatur senken lässt.

Die Heizlast ist ein Überschlag aus 80 W/m². Für die Auslegung ist eine raumweise Berechnung nach DIN EN 12831 erforderlich — sie fällt je nach Gebäude um bis zu 30 Prozent anders aus.

Rechenweg anzeigen
Heizlast = Fläche × spezifische Last
Spezifische Last80 W/m²
Heizwärme, 125 kWh/m² im Jahr17.500 kWh
Warmwasser, 3 Personen2.400 kWh
Strom = Wärme ÷ Arbeitszahl6.004 kWh

Im Detail

Heizleistung, Wärmebedarf und Kosten

Die Heizleistung in ihrer Bandbreite, der Wärmebedarf nach Heizung und Warmwasser und die Kosten im Jahr im Vergleich.

Erforderliche Heizleistung9,8 kW bis 13,3 kW

Heizkosten im Jahr im Vergleich
  • Wärmepumpe1.681 €
  • Erdgas bisher2.371 €

Grundlagen: DIN EN 12831 · IWU-Gebäudetypologie Orientierungswerte – ersetzen keine Fachplanung oder Energieberatung. Alle Grundlagen

Auf dieser Seite

Die Vorlauftemperatur entscheidet über alles

Eine Wärmepumpe hebt Wärme von einem niedrigen auf ein höheres Temperaturniveau. Je größer dieser Sprung, desto mehr Strom kostet er. Das ist keine Frage der Gerätequalität, sondern Thermodynamik.

Wärmequelle35 °C45 °C55 °C
Luft/Wasser4,03,42,8
Sole/Wasser4,54,03,4
Wasser/Wasser5,04,43,8

Erwartbare Jahresarbeitszahlen, Erfahrungswerte.

Bemerkenswert an der Tabelle: Eine Luft-Wärmepumpe bei 35 Grad schlägt eine Sole-Wärmepumpe bei 55 Grad. Die Absenkung der Vorlauftemperatur bringt mehr als der Wechsel auf die aufwendigere Wärmequelle — und kostet in der Regel weniger.

Heizlast nach Baualter

Die spezifische Heizlast in Watt je Quadratmeter sinkt mit jeder Verschärfung der Bauvorschriften deutlich:

BaujahrHeizlast W/m²140 m² ergebenHeizwärme kWh/m² im Jahr
Vor 1958, unsaniert18025,2 kW190
1969 bis 197815021,0 kW170
1984 bis 199410014,0 kW145
1995 bis 20018011,2 kW125
2002 bis 2009, Energieeinsparverordnung608,4 kW90
Ab 2016 oder saniert auf Effizienzhausniveau354,9 kW55
Passivhaus152,1 kW15

Heizlast: Richtwert für unsanierte Gebäude. Heizwärme: tatsächliches Verbrauchsniveau nach IWU-Gebäudetypologie. Beides steht getrennt, weil ältere Häuser im Mittel deutlich weniger verbrauchen, als ihre rechnerische Heizlast vermuten lässt.

Warum größer nicht besser ist

Eine überdimensionierte Wärmepumpe erreicht ihre Zieltemperatur schnell und schaltet ab. Kurz darauf schaltet sie wieder ein. Dieses Takten belastet den Verdichter, kostet Effizienz und verkürzt die Lebensdauer. Modulierende Geräte mildern das, lösen es aber nicht — auch sie haben eine untere Leistungsgrenze.

Deshalb ist die möglichst genaue Heizlastberechnung keine Formalie. Ein Überschlag wie dieser reicht, um Angebote einzuordnen und zu erkennen, ob ein Anbieter deutlich zu groß plant. Für die Bestellung reicht er nicht.

Der Test, der nichts kostet

Bevor Sie über eine Wärmepumpe entscheiden, senken Sie an einem kalten Tag die Vorlauftemperatur Ihrer bestehenden Heizung schrittweise ab. Bleibt das Haus bei 50 Grad warm, ist eine Wärmepumpe realistisch. Werden einzelne Räume kalt, wissen Sie genau, welche Heizkörper zuerst getauscht werden müssen.

Häufige Fragen

Wie groß muss die Wärmepumpe sein?

Eine Wärmepumpe muss so groß sein wie die Heizlast des Gebäudes, nicht größer. Eine überdimensionierte Wärmepumpe taktet — sie schaltet häufig ein und aus, was Effizienz und Lebensdauer kostet. Der hier ausgegebene Wert ist ein Überschlag aus Wohnfläche und Baualter; für die Auslegung ist eine raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 erforderlich.

Was ist die Jahresarbeitszahl?

Die Jahresarbeitszahl ist das Verhältnis von abgegebener Wärme zu aufgenommenem Strom über ein ganzes Jahr. Eine Arbeitszahl von 3,5 bedeutet: Aus einer Kilowattstunde Strom werden 3,5 Kilowattstunden Wärme. Anders als der COP, der einen Momentwert bei festgelegten Bedingungen beschreibt, erfasst die Arbeitszahl den realen Betrieb einschließlich Abtauen und Hilfsenergie.

Warum ist die Vorlauftemperatur so entscheidend?

Die Vorlauftemperatur ist so entscheidend, weil die Wärmepumpe die Differenz zwischen Wärmequelle und Vorlauf überbrücken muss. Je höher der Vorlauf, desto mehr Arbeit. Von 35 auf 55 Grad kostet rund 30 Prozent Arbeitszahl — aus 4,0 werden 2,8. Größere Heizkörper oder eine Flächenheizung sind deshalb der wirksamste Hebel für die Betriebskosten, wirksamer als die Wahl des Geräts.

Lohnt sich eine Wärmepumpe im Altbau?

Ob sich eine Wärmepumpe im Altbau lohnt, hängt von der erreichbaren Vorlauftemperatur ab, nicht vom Baujahr. Ein unsanierter Altbau mit 150 Watt je Quadratmeter Heizlast und 55 Grad Vorlauf erreicht Arbeitszahlen um 2,8 — damit ist die Wärmepumpe gegenüber Gas selten wirtschaftlich. Wird die Vorlauftemperatur durch größere Heizkörper auf 45 Grad gesenkt, sieht die Rechnung anders aus.

Wie prüfe ich, welche Vorlauftemperatur mein Haus braucht?

Welche Vorlauftemperatur ein Haus braucht, zeigt ein einfacher Test an einem kalten Wintertag: Die Vorlauftemperatur der bestehenden Heizung schrittweise absenken und beobachten, ob alle Räume warm werden. Bleibt es bei 50 Grad behaglich, ist eine Wärmepumpe realistisch. Das kostet nichts und sagt mehr aus als jede Schätzung.

Warum weicht die Heizlast von meinem tatsächlichen Verbrauch ab?

Heizlast und Verbrauch weichen voneinander ab, weil die Heizlast die benötigte Leistung am kältesten Tag eines unsanierten Hauses beschreibt, der Verbrauch aber die Energiemenge über das Jahr. Der Rechner nimmt deshalb für die Jahreswärme eigene Werte: das tatsächliche Verbrauchsniveau von Einfamilienhäusern je Baualter aus der Gebäudetypologie des Instituts Wohnen und Umwelt. Kennen Sie Ihren bisherigen Verbrauch, ist er die bessere Grundlage: Gasverbrauch in kWh mal rund 0,9 ergibt die Wärme, die die Wärmepumpe liefern muss.

Wonach hier gerechnet wird

  • Heizlast-Richtwerte nach Baualtersklasse als Erfahrungswerte mit Bandbreite
  • Verbindlich ist eine raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831
  • Jahreswärme je Baualter: IWU, Deutsche Wohngebäudetypologie (2015), Einfamilienhäuser im Ist-Zustand, auf das typische Verbrauchsniveau angepasst
  • Warmwasserbedarf mit 800 kWh je Person und Jahr angesetzt
  • Arbeitszahlen als Erfahrungswerte je Wärmequelle und Vorlauftemperatur

Dieser Rechner ist ein Planungshilfsmittel. Er ersetzt weder die Planung noch die Prüfung durch eine Fachkraft, die für die Ausführung verantwortlich bleibt.

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