Wärmepumpe: Heizlast, Arbeitszahl und Kosten
Überschlägige Heizlast nach Baualter, erwartete Jahresarbeitszahl und der Kostenvergleich zur bisherigen Heizung — mit ausgewiesener Bandbreite statt Scheingenauigkeit.
in Quadratmetern
für den Warmwasserbedarf
Am günstigsten in der Anschaffung, keine Erdarbeiten. Die Leistung sinkt gerade dann, wenn am meisten Wärme gebraucht wird — an kalten Tagen.
35 °C bei Flächenheizung · 45 °C bei großen Heizkörpern · 55 °C im unsanierten Bestand
Euro je kWh, Wärmepumpentarife liegen niedriger
Preis je Kubikmeter:
11,2kW
Luft/Wasser-Wärmepumpen im Bestand mit hoher Vorlauftemperatur erreichen häufig nur Arbeitszahlen um 3. Prüfen Sie vor der Entscheidung, ob sich die Vorlauftemperatur senken lässt.
Die Heizlast ist ein Überschlag aus 80 W/m². Für die Auslegung ist eine raumweise Berechnung nach DIN EN 12831 erforderlich — sie fällt je nach Gebäude um bis zu 30 Prozent anders aus.
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Die Vorlauftemperatur entscheidet über alles
Eine Wärmepumpe hebt Wärme von einem niedrigen auf ein höheres Temperaturniveau. Je größer dieser Sprung, desto mehr Strom kostet er. Das ist keine Frage der Gerätequalität, sondern Thermodynamik.
| Wärmequelle | 35 °C | 45 °C | 55 °C |
|---|---|---|---|
| Luft/Wasser | 4,0 | 3,4 | 2,8 |
| Sole/Wasser | 4,5 | 4,0 | 3,4 |
| Wasser/Wasser | 5,0 | 4,4 | 3,8 |
Erwartbare Jahresarbeitszahlen, Erfahrungswerte.
Bemerkenswert an der Tabelle: Eine Luft-Wärmepumpe bei 35 Grad schlägt eine Sole-Wärmepumpe bei 55 Grad. Die Absenkung der Vorlauftemperatur bringt mehr als der Wechsel auf die aufwendigere Wärmequelle — und kostet in der Regel weniger.
Heizlast nach Baualter
Die spezifische Heizlast in Watt je Quadratmeter sinkt mit jeder Verschärfung der Bauvorschriften deutlich:
| Baujahr | W/m² | 140 m² ergeben |
|---|---|---|
| Vor 1958, unsaniert | 180 | 25,2 kW |
| 1969 bis 1978 | 150 | 21,0 kW |
| 1984 bis 1994 | 100 | 14,0 kW |
| 1995 bis 2001 | 80 | 11,2 kW |
| 2002 bis 2009 | 60 | 8,4 kW |
| Ab 2016 oder saniert | 35 | 4,9 kW |
| Passivhaus | 15 | 2,1 kW |
Warum größer nicht besser ist
Eine überdimensionierte Wärmepumpe erreicht ihre Zieltemperatur schnell und schaltet ab. Kurz darauf schaltet sie wieder ein. Dieses Takten belastet den Verdichter, kostet Effizienz und verkürzt die Lebensdauer. Modulierende Geräte mildern das, lösen es aber nicht — auch sie haben eine untere Leistungsgrenze.
Deshalb ist die möglichst genaue Heizlastberechnung keine Formalie. Ein Überschlag wie dieser reicht, um Angebote einzuordnen und zu erkennen, ob ein Anbieter deutlich zu groß plant. Für die Bestellung reicht er nicht.
Der Test, der nichts kostet
Bevor Sie über eine Wärmepumpe entscheiden, senken Sie an einem kalten Tag die Vorlauftemperatur Ihrer bestehenden Heizung schrittweise ab. Bleibt das Haus bei 50 Grad warm, ist eine Wärmepumpe realistisch. Werden einzelne Räume kalt, wissen Sie genau, welche Heizkörper zuerst getauscht werden müssen.
Häufige Fragen
Wie groß muss die Wärmepumpe sein?
So groß wie die Heizlast des Gebäudes, nicht größer. Eine überdimensionierte Wärmepumpe taktet — sie schaltet häufig ein und aus, was Effizienz und Lebensdauer kostet. Der hier ausgegebene Wert ist ein Überschlag aus Wohnfläche und Baualter; für die Auslegung ist eine raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 erforderlich.
Was ist die Jahresarbeitszahl?
Das Verhältnis von abgegebener Wärme zu aufgenommenem Strom über ein ganzes Jahr. Eine Arbeitszahl von 3,5 bedeutet: Aus einer Kilowattstunde Strom werden 3,5 Kilowattstunden Wärme. Anders als der COP, der einen Momentwert bei festgelegten Bedingungen beschreibt, erfasst die Arbeitszahl den realen Betrieb einschließlich Abtauen und Hilfsenergie.
Warum ist die Vorlauftemperatur so entscheidend?
Weil die Wärmepumpe die Differenz zwischen Quelle und Vorlauf überbrücken muss. Je höher der Vorlauf, desto mehr Arbeit. Von 35 auf 55 Grad kostet rund 30 Prozent Arbeitszahl — aus 4,0 werden 2,8. Größere Heizkörper oder eine Flächenheizung sind deshalb der wirksamste Hebel für die Betriebskosten, wirksamer als die Wahl des Geräts.
Lohnt sich eine Wärmepumpe im Altbau?
Es kommt auf die erreichbare Vorlauftemperatur an, nicht auf das Baujahr. Ein unsanierter Altbau mit 150 Watt je Quadratmeter Heizlast und 55 Grad Vorlauf erreicht Arbeitszahlen um 2,8 — damit ist die Wärmepumpe gegenüber Gas selten wirtschaftlich. Wird die Vorlauftemperatur durch größere Heizkörper auf 45 Grad gesenkt, sieht die Rechnung anders aus.
Wie prüfe ich, welche Vorlauftemperatur mein Haus braucht?
Mit einem einfachen Test an einem kalten Wintertag: Die Vorlauftemperatur der bestehenden Heizung schrittweise absenken und beobachten, ob alle Räume warm werden. Bleibt es bei 50 Grad behaglich, ist eine Wärmepumpe realistisch. Das kostet nichts und sagt mehr aus als jede Schätzung.
Warum weicht die Heizlast von meinem tatsächlichen Verbrauch ab?
Weil die Heizlast die benötigte Leistung am kältesten Tag beschreibt, der Verbrauch aber die Energiemenge über das Jahr. Der Rechner setzt 1.900 Vollbenutzungsstunden an — ein üblicher Wert für Deutschland. Ihr tatsächlicher Verbrauch hängt zusätzlich von Lüftungsverhalten, Wunschtemperatur und dem konkreten Winter ab.
Wonach hier gerechnet wird
- Heizlast-Richtwerte nach Baualtersklasse als Erfahrungswerte mit Bandbreite
- Verbindlich ist eine raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831
- 1.900 Vollbenutzungsstunden als üblicher Ansatz für Deutschland
- Warmwasserbedarf mit 800 kWh je Person und Jahr angesetzt
- Arbeitszahlen als Erfahrungswerte je Wärmequelle und Vorlauftemperatur
Dieser Rechner ist ein Planungshilfsmittel. Er ersetzt weder die Planung noch die Prüfung durch eine Fachkraft, die für die Ausführung verantwortlich bleibt.