Umsatzsteuer: netto und brutto umrechnen
Netto in Brutto und zurück — in beide Richtungen, mit Regelsatz, ermäßigtem Satz und Kleinunternehmerregelung.
in Euro
Regelsatz für die meisten Lieferungen und Leistungen.
100,00 €
Rechenweg anzeigen
Der häufigste Fehler beim Herausrechnen: Von 119 Euro brutto 19 Prozent abzuziehen ergibt 96,39 Euro — falsch. Richtig ist die Division durch 1,19, also 100 Euro.
Der Fehler, den fast jeder einmal macht
Aus einem Bruttobetrag die Steuer herauszurechnen ist keine Subtraktion. Der Steuersatz bezieht sich auf den Nettobetrag, nicht auf den Bruttobetrag.
| Rechenweg | Ergebnis | Bewertung |
|---|---|---|
| 119 € − 19 % | 96,39 € | falsch |
| 119 € ÷ 1,19 | 100,00 € | richtig |
Der Unterschied beträgt 3,61 Euro bei 119 Euro — knapp vier Prozent. Bei größeren Beträgen summiert sich das erheblich, und in Buchhaltung und Rechnungsprüfung fällt es oft erst spät auf.
Die beiden Rechenrichtungen
Brutto = Netto × (1 + Steuersatz)
Netto = Brutto ÷ (1 + Steuersatz)
| Satz | Faktor hin | Faktor zurück | Steueranteil am Brutto |
|---|---|---|---|
| 19 % | × 1,19 | ÷ 1,19 | 15,97 % |
| 7 % | × 1,07 | ÷ 1,07 | 6,54 % |
Die letzte Spalte erklärt, warum die Subtraktion nicht funktioniert: Der Steueranteil am Bruttobetrag ist kleiner als der Steuersatz.
Kleinunternehmer
Wer die Umsatzgrenzen des § 19 UStG einhält, weist keine Umsatzsteuer aus. Das vereinfacht die Buchhaltung erheblich, hat aber eine Kehrseite: Ohne ausgewiesene Umsatzsteuer entfällt auch der Vorsteuerabzug. Bei hohen Anschaffungen kann der Verzicht auf die Regelung deshalb günstiger sein.
Auf der Rechnung ist auf die Regelung hinzuweisen. Wer versehentlich Umsatzsteuer ausweist, obwohl er Kleinunternehmer ist, schuldet sie dem Finanzamt trotzdem.
Häufige Fragen
Wie rechne ich die Mehrwertsteuer heraus?
Durch Division, nicht durch Abzug. Aus 119 Euro brutto werden bei 19 Prozent 119 ÷ 1,19 = 100 Euro netto. Wer stattdessen 19 Prozent von 119 abzieht, kommt auf 96,39 Euro — das ist falsch und der häufigste Fehler bei dieser Rechnung.
Wann gilt der ermäßigte Satz von 7 Prozent?
Für Lebensmittel, Bücher und Zeitschriften, den Personennahverkehr, Eintritte zu kulturellen Veranstaltungen sowie Beherbergungsleistungen. Die vollständige Liste steht in Anlage 2 zum Umsatzsteuergesetz und enthält zahlreiche Abgrenzungen, die in der Praxis regelmäßig zu Streit führen.
Was bedeutet die Kleinunternehmerregelung?
Nach § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer erhoben, wenn der Umsatz im Vorjahr unter einer bestimmten Grenze lag und im laufenden Jahr voraussichtlich darunter bleibt. Kleinunternehmer weisen keine Umsatzsteuer aus, dürfen im Gegenzug aber auch keine Vorsteuer abziehen. Auf der Rechnung ist auf die Regelung hinzuweisen.
Wie heißt es richtig: Mehrwertsteuer oder Umsatzsteuer?
Der Gesetzestext kennt nur die Umsatzsteuer. Mehrwertsteuer ist die umgangssprachliche Bezeichnung, die auf Rechnungen aber ebenfalls zulässig ist. Gemeint ist dasselbe.
Welche Angaben braucht eine Rechnung?
Nach § 14 Abs. 4 UStG unter anderem: vollständiger Name und Anschrift beider Seiten, Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, Ausstellungsdatum, fortlaufende Rechnungsnummer, Menge und Art der Leistung, Zeitpunkt der Leistung, das Entgelt nach Steuersätzen aufgeschlüsselt sowie der Steuerbetrag. Fehlt eine Pflichtangabe, kann der Empfänger die Vorsteuer nicht abziehen.
Wonach hier gerechnet wird
- Umsatzsteuergesetz, insbesondere §§ 12, 14 und 19 UStG
- Ermäßigter Steuersatz nach Anlage 2 zum UStG
- Der Rechner bildet die reine Umrechnung ab, nicht die Frage der Steuerpflicht
Dieser Rechner ist ein Planungshilfsmittel. Er ersetzt weder die Planung noch die Prüfung durch eine Fachkraft, die für die Ausführung verantwortlich bleibt.