Kilowatt in Ampere umrechnen
Leistung und Strom in beide Richtungen umrechnen — mit der jeweils richtigen Formel für Wechselstrom, Drehstrom und Gleichstrom.
in Kilowatt
in Volt
Heizung und Herd 1, Motoren 0,8 bis 0,9
15,88A
Bei Drehstrom steht die Wurzel aus drei in der Formel. Wer sie weglässt, erhält einen um 73 Prozent zu hohen Strom — der häufigste Fehler bei dieser Rechnung.
Drei Stromarten, drei Formeln
Der häufigste Fehler bei dieser Umrechnung ist, für alle Fälle dieselbe Formel zu verwenden. Tatsächlich unterscheiden sich die Rechenwege deutlich.
| Stromart | Leistung | Strom |
|---|---|---|
| Gleichstrom | P = U × I | I = P ÷ U |
| Wechselstrom | P = U × I × cos φ | I = P ÷ (U × cos φ) |
| Drehstrom | P = √3 × U × I × cos φ | I = P ÷ (√3 × U × cos φ) |
Typische Werte aus der Praxis
| Verbraucher | Leistung | Strom | Anschluss |
|---|---|---|---|
| Wallbox | 11 kW | 15,9 A | Drehstrom 400 V |
| Wallbox | 22 kW | 31,8 A | Drehstrom 400 V |
| Durchlauferhitzer | 21 kW | 30,3 A | Drehstrom 400 V |
| Elektroherd | 10,5 kW | 15,2 A | Drehstrom 400 V |
| Wasserkocher | 2,2 kW | 9,6 A | Wechselstrom 230 V |
Gerechnet mit cos φ = 1, da es sich um ohmsche Verbraucher handelt.
Häufige Fragen
Wie rechnet man Kilowatt in Ampere um?
Bei Wechselstrom gilt I = P ÷ (U × cos φ), bei Drehstrom I = P ÷ (√3 × U × cos φ) und bei Gleichstrom schlicht I = P ÷ U. Entscheidend ist, die richtige Formel zu wählen — die Ergebnisse unterscheiden sich um bis zu 73 Prozent.
Wie viel Ampere zieht eine Wallbox mit 11 Kilowatt?
Knapp 16 Ampere je Außenleiter: 11.000 W ÷ (1,732 × 400 V) = 15,88 A. Deshalb ist die Standardabsicherung für eine 11-kW-Wallbox ein dreipoliger Leitungsschutzschalter mit 16 Ampere. Eine 22-kW-Wallbox kommt entsprechend auf 31,75 Ampere und wird mit 32 Ampere abgesichert.
Was ist der Leistungsfaktor cos φ?
Er gibt an, welcher Anteil der Scheinleistung tatsächlich in Arbeit umgesetzt wird. Bei rein ohmschen Verbrauchern wie Heizungen, Herdplatten und Durchlauferhitzern ist er 1. Motoren und Transformatoren liegen typischerweise zwischen 0,8 und 0,9, moderne Netzteile mit aktiver Korrektur bei über 0,95.
Warum liefert die Formel ohne Wurzel drei zu hohe Werte?
Weil bei Drehstrom drei Außenleiter zusammenwirken. Wer P ÷ U rechnet statt P ÷ (√3 × U), erhält einen um den Faktor 1,732 zu hohen Strom — also 73 Prozent zu viel. Das führt zu unnötig dicken Leitungen und zu groß gewählten Sicherungen.
Wonach hier gerechnet wird
- Wechselstrom: P = U × I × cos φ
- Drehstrom: P = √3 × U × I × cos φ
- Gleichstrom: P = U × I
- Übliche Netzspannungen in Deutschland: 230 V zwischen Außenleiter und Neutralleiter, 400 V zwischen zwei Außenleitern
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