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Elektro-, Handwerks- und Bau-Rechner

Querschnitte, Absicherung und Schutzeinrichtungen nach DIN VDE — dazu Dach, Estrich und Trockenbau.

Verfügbare Rechner

Neuen Stromkreis planen: in welcher Reihenfolge gerechnet wird

Ob Wallbox, Herd oder Werkstattsteckdose: Ein neuer Stromkreis wird immer in derselben Reihenfolge ausgelegt. Jeder Schritt baut auf dem vorigen auf, und wer einen überspringt, merkt es oft erst, wenn die Leitung schon in der Wand liegt.

  1. Den Strom aus der Leistung bestimmen

    Auf dem Typenschild steht meist die Leistung, ausgelegt wird aber nach dem Strom. Der Rechner für Kilowatt in Ampere rechnet für Wechsel-, Drehstrom und Gleichstrom um. Bei Drehstrom verteilt sich die Leistung auf drei Außenleiter: Eine 11-kW-Wallbox zieht je Leiter knapp 16 Ampere; einphasig angeschlossen wären es für dieselbe Leistung fast 48 Ampere. Bei Motoren liegen Wirk- und Scheinleistung auseinander; dafür gibt es den Rechner für die Drehstromleistung.

  2. Den Querschnitt nach zwei Kriterien wählen

    Der Leiterquerschnitt muss zwei Bedingungen zugleich erfüllen: Die Leitung darf sich nicht unzulässig erwärmen, und am Ende muss genug Spannung ankommen. Wie viel Strom eine Leitung tragen darf, hängt von der Verlegeart ab, im Rohr in einer gedämmten Wand deutlich weniger als offen auf der Wand. Der Kabelquerschnitt-Rechner prüft beide Kriterien und berücksichtigt Häufung und Umgebungstemperatur. Was hinter den Kürzeln A2, B2 und C steckt, erklärt der Artikel über die Verlegearten nach DIN VDE; zum schnellen Nachschlagen gibt es die Querschnitt-Tabelle mit Strombelastbarkeit.

  3. Den Spannungsfall bei langen Leitungen prüfen

    Bei langen Wegen, etwa zur Garage oder ins Gartenhaus, entscheidet meist nicht die Erwärmung, sondern der Spannungsfall. DIN 18015-1 nennt für Wohngebäude drei Prozent zwischen Zählerplatz und Verbraucher. Der Spannungsfall-Rechner zeigt, ob der gewählte Querschnitt diese Grenze einhält. Die umgekehrte Frage, wie weit ein Querschnitt höchstens reicht, beantwortet der Rechner für die maximale Leitungslänge.

  4. Den Leitungsschutzschalter passend zur Leitung wählen

    Der Leitungsschutzschalter schützt die Leitung, nicht das Gerät. Sein Nennstrom muss mindestens dem Betriebsstrom entsprechen und darf die Belastbarkeit der Leitung nicht übersteigen; DIN VDE 0100-430 fasst das in der Bedingung Ib ≤ In ≤ Iz zusammen. Der Rechner zum Auswählen des Leitungsschutzschalters prüft diese Bedingung und nennt die passende Charakteristik.

  5. Den Typ des FI-Schutzschalters bestimmen

    Für gewöhnliche Steckdosen- und Beleuchtungsstromkreise genügt ein FI-Schutzschalter vom Typ A. Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge und dreiphasige Frequenzumrichter können glatte Gleichfehlerströme erzeugen, die einen Typ A unwirksam machen; für einphasige Frequenzumrichter, etwa in Waschmaschinen und Umwälzpumpen, ist Typ F die richtige Wahl. Der FI-Rechner leitet Typ und Bemessungsfehlerstrom aus der Anwendung ab. Warum die Typen sich überhaupt unterscheiden, erklärt der Artikel FI-Schutzschalter Typ A, F und B.

Häufige Fehler und Sonderfälle

Die Fehler, die auf diesem Weg am häufigsten passieren, von der doppelt gerechneten Länge bis zur vergessenen Häufung, beschreibt der Artikel Kabelquerschnitt bestimmen: die fünf häufigsten Fehler.

Drei Fälle haben eigene Regeln und eigene Rechner. Die Wallbox läuft stundenlang unter Volllast und muss beim Netzbetreiber angemeldet werden, siehe was der Netzbetreiber verlangt. Ein Balkonkraftwerk speist in einen bestehenden Stromkreis ein, den der Leitungsschutzschalter dann nicht mehr vollständig überwacht; der Artikel zur 800-Watt-Grenze erklärt, wann das kritisch wird. Und im 12-Volt-Bordnetz eines Wohnmobils brauchen schon kleine Verbraucher dicke Leitungen, siehe Kabelquerschnitt für 12 V und 24 V und den Artikel zur 12-Volt-Installation im Kastenwagen.

Innenausbau: Estrich, Trockenbau und Dach berechnen

Im Innenausbau sind die Mengen schnell gerechnet. Schwieriger sind Trocknungszeiten und die geforderte Oberflächenqualität; zu beidem gibt es neben dem Rechner einen Artikel.

  1. Estrich: Menge und Trocknungszeit

    Der Estrichrechner ermittelt Menge, Mindestdicke und Trocknungsdauer; Zementestrich braucht rund 21 Kilogramm je Quadratmeter und Zentimeter Dicke. Für den Bauzeitplan zählt vor allem die Trocknung: Die Faustregel von einer Woche je Zentimeter gilt nur bis vier Zentimeter, darüber dauert es deutlich länger. Warum Zeitpläne genau hier scheitern und wann der Estrich belegreif ist, erklärt der Artikel Estrich trocknen.

  2. Trockenbau: Material und Qualitätsstufe

    Der Trockenbau-Rechner ermittelt Platten, Profile, Schrauben, Spachtelmasse und Dämmung für eine Ständerwand. Wie glatt die Oberfläche werden muss, legt die Qualitätsstufe fest: Q2 ist die Regelausführung und genügt etwa für Raufaser und Fliesen, matte Anstriche verlangen mindestens Q3. Die Stufen Q1 bis Q4 erklärt der Artikel Trockenbau-Qualitätsstufen.

  3. Dach: Neigung, Sparrenlänge und Deckung

    Der Dachneigungsrechner rechnet Grad in Prozent um und ermittelt Sparrenlänge, Firsthöhe und Dachfläche. Die Neigung entscheidet auch über die Deckung: Die Regeldachneigung beginnt bei Flachdachziegeln und Betondachsteinen bei 22 Grad, bei einer Biberschwanz-Doppeldeckung bei 30 Grad.

Die Rechner in diesem Bereich folgen den geltenden Normen und Fachregeln. Sie ersetzen keine Planung durch eine Fachkraft, nehmen ihr aber das Nachschlagen in Tabellen ab.