Firmenwagen: Ein-Prozent-Regelung berechnen
Geldwerter Vorteil aus privater Nutzung und Arbeitsweg — mit den ermäßigten Sätzen für Elektrofahrzeuge und dem Vergleich aller Antriebsarten.
zum Zeitpunkt der Erstzulassung, einschließlich Sonderausstattung
einfache Strecke in Kilometern
Ein Prozent des Bruttolistenpreises je Monat.
in Prozent, einschließlich Solidaritätszuschlag
für die Entfernungspauschale
336,00 €
Was andere Antriebsarten kosten würden
Ein Fahrtenbuch lohnt sich meist erst bei geringem Privatanteil oder hohem Listenpreis. Es muss lückenlos und zeitnah geführt werden — nachträgliche Aufzeichnungen erkennt das Finanzamt nicht an.
Keine Steuerberatung. Die Rechnung bildet die pauschale Bewertung ab. Ob sie in Ihrem Fall günstiger ist als ein Fahrtenbuch und welche Besonderheiten gelten, klärt die Steuerberatung.
Die beiden Bestandteile
Der geldwerte Vorteil setzt sich aus zwei getrennten Posten zusammen, die unterschiedlich berechnet werden:
Private Nutzung = Bruttolistenpreis × Satz
Arbeitsweg = Bruttolistenpreis × 0,03 % × Entfernungskilometer
Beide zusammen werden dem Bruttolohn zugerechnet und dort mit dem persönlichen Steuersatz belastet. Sie fließen nicht aufs Konto — es erhöht sich nur die Bemessungsgrundlage.
Die Sätze nach Antriebsart
| Antrieb | Satz | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Verbrenner | 1,00 % | Ein Prozent des Bruttolistenpreises je Monat. |
| Elektro bis 100.000 Euro | 0,25 % | Ein Viertel Prozent — gilt für reine Elektrofahrzeuge bis 100.000 Euro Bruttolistenpreis (ab 01.07.2025, Steuerfortentwicklungsgesetz). |
| Elektro über 100.000 Euro | 0,50 % | Ein halbes Prozent für reine Elektrofahrzeuge oberhalb der Preisgrenze. |
| Plug-in-Hybrid | 0,50 % | Ein halbes Prozent, sofern die Voraussetzungen an Reichweite oder CO₂-Ausstoß erfüllt sind. |
Stand September 2026. Die Preisgrenze für Elektrofahrzeuge wurde zuletzt angehoben.
Warum Elektrofahrzeuge als Dienstwagen so attraktiv sind
Der Unterschied zwischen einem und einem Viertel Prozent ist der größte Hebel im gesamten Dienstwagenrecht. Bei einem Fahrzeug für 50.000 Euro, 20 Kilometern Arbeitsweg und 42 Prozent Grenzsteuersatz:
| Antrieb | Vorteil im Monat | Kosten im Monat | Im Jahr |
|---|---|---|---|
| Verbrenner | 800 € | 336 € | 4.032 € |
| Plug-in-Hybrid | 400 € | 168 € | 2.016 € |
| Elektro bis 100.000 € | 200 € | 84 € | 1.008 € |
Über 3.000 Euro Unterschied im Jahr — bei identischem Listenpreis. Wer zusätzlich beim Arbeitgeber oder zu Hause mit Solarstrom lädt, verschiebt die Rechnung weiter.
Der häufigste Irrtum beim Listenpreis
Maßgebend ist der Listenpreis zum Zeitpunkt der Erstzulassung — nicht das, was tatsächlich gezahlt wurde. Rabatte, Gebrauchtwagenpreise und Leasingsonderzahlungen mindern ihn nicht.
Ein drei Jahre alter Gebrauchtwagen, der 25.000 Euro gekostet hat, aber neu 55.000 Euro auf der Liste stand, wird mit 55.000 Euro bewertet. Bei gebrauchten Dienstwagen ist die Belastung deshalb häufig unangenehm hoch im Verhältnis zum Fahrzeugwert.
Häufige Fragen
Wie funktioniert die Ein-Prozent-Regelung?
Für die private Nutzung wird monatlich ein Prozent des Bruttolistenpreises als geldwerter Vorteil versteuert. Hinzu kommen 0,03 Prozent je Entfernungskilometer für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte. Bei einem Fahrzeug für 50.000 Euro und 20 Kilometern Arbeitsweg sind das 800 Euro im Monat, die dem Bruttolohn zugerechnet werden.
Was zählt zum Bruttolistenpreis?
Der Listenpreis des Herstellers zum Zeitpunkt der Erstzulassung einschließlich Umsatzsteuer und werkseitiger Sonderausstattung. Nicht abziehbar sind Rabatte, Gebrauchtwagenpreis oder Leasingsonderzahlungen — auch bei einem stark rabattierten Fahrzeug gilt der volle Listenpreis. Der Wert wird auf volle hundert Euro abgerundet.
Wie viel spart ein Elektro-Dienstwagen?
Erheblich. Statt einem Prozent wird bei reinen Elektrofahrzeugen bis 100.000 Euro Bruttolistenpreis nur ein Viertel Prozent angesetzt — der geldwerte Vorteil sinkt damit auf ein Viertel. Bei einem Fahrzeug für 50.000 Euro und 20 Kilometern Arbeitsweg sind das 200 statt 800 Euro im Monat. Der Zuschlag für den Arbeitsweg wird ebenfalls anteilig gekürzt. Stand September 2026.
Wann lohnt sich ein Fahrtenbuch?
Wenn der private Nutzungsanteil gering ist oder der Listenpreis hoch. Beim Fahrtenbuch werden die tatsächlichen Fahrzeugkosten anteilig nach gefahrenen Kilometern zugerechnet. Das erfordert lückenlose, zeitnahe Aufzeichnungen jeder Fahrt mit Datum, Kilometerstand, Ziel und Zweck. Nachträglich erstellte Aufzeichnungen erkennt das Finanzamt nicht an — und ein einmal gewähltes Verfahren gilt für das gesamte Jahr.
Kann ich die Entfernungspauschale trotzdem geltend machen?
Ja. Der Zuschlag von 0,03 Prozent versteuert den Vorteil, die Entfernungspauschale mindert davon unabhängig das zu versteuernde Einkommen als Werbungskosten: 30 Cent je Entfernungskilometer, ab dem 21. Kilometer 38 Cent. Beides zusammen ergibt oft eine deutlich geringere Belastung, als die reine Vorteilsrechnung vermuten lässt.
Was ist die Einzelbewertung?
Eine Alternative zum pauschalen Zuschlag für den Arbeitsweg. Statt 0,03 Prozent monatlich werden 0,002 Prozent je tatsächlicher Fahrt angesetzt. Das lohnt sich, wenn Sie an weniger als 15 Tagen im Monat zur Tätigkeitsstätte fahren — etwa bei Homeoffice. Voraussetzung sind Aufzeichnungen der Fahrttage.
Wonach hier gerechnet wird
- § 8 Abs. 2 EStG in Verbindung mit § 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG
- Ermäßigte Sätze für Elektro- und Hybridfahrzeuge, Stand September 2026
- Entfernungspauschale nach § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG
- Die Regelungen für Hybridfahrzeuge hängen vom Anschaffungsdatum ab und wurden mehrfach verschärft
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