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Dachneigung und Sparrenlänge berechnen

Sparrenlänge, Firsthöhe und Dachfläche aus Gebäudemaßen und Neigung — dazu die Übersicht, welche Deckung bei dieser Neigung noch zulässig ist.

Dachform
Neigung angeben in

in Grad

volle Spannweite in Metern

in Metern

an der Traufe, in Metern

Sparrenlänge

6,98m

Ohne Überstand6,35 m
Firsthöhe über Traufe3,91 m
Dachfläche167,5
Neigung38° · 78,1 %
Zulässige Deckungen bei 38°
Bitumenbahn, Flachdachab 2°
Stehfalz in Metallab 7°
Trapezblechab 8°
Bitumenschindelnab 15°
Flachdachziegel, Falzziegelab 22°
Betondachsteinab 22°
Schiefer, Doppeldeckungab 25°
Biberschwanz, Doppeldeckungab 30°
Hohlpfanneab 35°

Grad, Prozent und was dahintersteckt

Dachneigungen werden in Grad oder in Prozent angegeben, und die beiden lassen sich nicht ineinander schätzen. Die Prozentangabe ist der Tangens des Winkels: Sie beschreibt, wie viel Höhe auf einem Meter horizontaler Strecke gewonnen wird. 45 Grad entsprechen deshalb 100 Prozent, nicht 50.

GradProzentFlächenfaktor
10°17,6 %1,02
22°40,4 %1,08
30°57,7 %1,15
38°78,1 %1,27
45°100,0 %1,41
60°173,2 %2,00

Der Flächenfaktor gibt an, um wie viel die Dachfläche die überbaute Grundfläche übersteigt.

Die Regeldachneigung entscheidet über die Eindeckung

Jede Deckungsart hat eine Mindestneigung, unterhalb derer sie nach den Fachregeln nicht mehr als regensicher gilt. Der Grund ist einfach: Bei flacher Neigung läuft Wasser langsamer ab, Wind drückt es unter die Deckung, und Schnee bleibt liegen.

Unterschreitet man die Regeldachneigung, ist das nicht automatisch unzulässig — es erfordert aber Zusatzmaßnahmen, in der Regel ein regensicheres Unterdach. Das kostet und will bei der Planung berücksichtigt sein, nicht erst auf der Baustelle.

Warum die Dachfläche größer ist als gedacht

Ein Haus mit 10 mal 12 Metern Grundfläche hat bei 38 Grad Neigung nicht 120, sondern 152 Quadratmeter Dachfläche — und mit einem halben Meter Traufüberstand schon 168. Wer Ziegel, Dämmung oder Photovoltaikmodule nach der Grundfläche kalkuliert, liegt um ein Viertel daneben.

Häufige Fragen

Wie rechne ich Dachneigung von Grad in Prozent um?

Über den Tangens: Prozent = tan(Grad) × 100. Bei 45 Grad sind das genau 100 Prozent, bei 30 Grad rund 58 Prozent, bei 22 Grad etwa 40 Prozent. Die Prozentangabe beschreibt den Höhenunterschied auf horizontaler Strecke — 100 Prozent bedeuten einen Meter Anstieg auf einen Meter Länge, nicht etwa senkrecht.

Was ist die Regeldachneigung?

Die Mindestneigung, bei der eine Deckung nach den Fachregeln des Dachdeckerhandwerks ohne Zusatzmaßnahmen regensicher ist. Wird sie unterschritten, sind zusätzliche Maßnahmen erforderlich, in aller Regel ein regensicheres oder wasserdichtes Unterdach. Die Deckung selbst wird dadurch nicht dicht — sie wird nur zulässig.

Wie berechne ich die Sparrenlänge?

Beim Satteldach über die halbe Gebäudebreite geteilt durch den Kosinus der Neigung. Bei zehn Metern Breite und 45 Grad sind das 5 ÷ 0,707 = 7,07 Meter. Der Dachüberstand an der Traufe kommt hinzu, ebenfalls durch den Kosinus geteilt. Ein Pultdach rechnet mit der vollen Breite statt der halben.

Wie viel größer ist die Dachfläche als die Grundfläche?

Der Faktor ist 1 geteilt durch den Kosinus der Neigung. Bei 30 Grad sind das 15 Prozent mehr, bei 45 Grad 41 Prozent, bei 60 Grad genau das Doppelte. Für die Materialkalkulation ist das der entscheidende Zuschlag — die überbaute Grundfläche taugt nicht als Grundlage.

Welche Neigung braucht ein Ziegeldach mindestens?

Flachdachziegel und Betondachsteine beginnen bei 22 Grad, Biberschwanz-Doppeldeckung bei 30 Grad, Hohlpfannen bei 35 Grad. Darunter kommen Metalldeckungen ab etwa 7 Grad und abgedichtete Flachdachaufbauten ab 2 Grad infrage.

Wonach hier gerechnet wird

  • Fachregeln des Deutschen Dachdeckerhandwerks — Regeldachneigungen je Deckungsart
  • Sparrenlänge: L = (Breite ÷ 2) ÷ cos(Neigung) beim Satteldach
  • Firsthöhe: h = (Breite ÷ 2) × tan(Neigung)
  • Neigung in Prozent: p = tan(Neigung) × 100

Dieser Rechner ist ein Planungshilfsmittel. Er ersetzt weder die Planung noch die Prüfung durch eine Fachkraft, die für die Ausführung verantwortlich bleibt.

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