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Estrichbedarf berechnen

Materialmenge, Mindestdicke nach DIN 18560-2 und eine Einschätzung der Trocknungsdauer — für Zement-, Calciumsulfat- und Trockenestrich.

Der Regelfall. Unempfindlich gegen Feuchte, deshalb auch in Bad und Keller einsetzbar. Trocknet langsam.

in Quadratmetern

in Millimetern

in Prozent, üblich sind 5

Materialbedarf

2.756kg

Volumen1,25
Säcke zu 40 kg69
Mindestdicke45 mm eingehalten
Trocknung, grob44 Tage
Belegreife bei2 CM-%

Die Trocknungsdauer ist eine Faustregel für übliche Raumbedingungen. Verbindlich ist allein die CM-Messung vor dem Belegen.

Rechenweg anzeigen
m = A × d × ρ × (1 + Zuschlag)
Volumen25 m² × 50 mm ÷ 1000 = 1,25
Rohdichte2100 kg/m³
Mit 5 % Zuschlag2.756 kg

Drei Estricharten und wofür sie taugen

ArtMindestdickeBelegreif beiStärke
Zementestrich (CT)45 mm2,0 CM-%Feuchteunempfindlich, überall einsetzbar
Calciumsulfatestrich (CA)40 mm0,5 CM-%Dünner, schneller, besser für Fußbodenheizung
Trockenestrich20 mmentfälltSofort belegbar, geringe Aufbauhöhe

Mindestdicken auf Dämmschicht bei Wohnlast nach DIN 18560-2.

Warum die Dicke nicht verhandelbar ist

Ein Estrich auf Dämmschicht liegt schwimmend — er hat keine Verbindung zum Untergrund und trägt die Last allein durch seine Biegesteifigkeit. Diese wächst überproportional mit der Dicke. Wer fünf Millimeter spart, spart nicht zehn Prozent Material, sondern verliert deutlich mehr an Tragfähigkeit. Risse entstehen dann nicht sofort, sondern nach Monaten unter Möbellast.

Die Trocknung ist der Flaschenhals im Bauablauf

Die Faustregel von einer Woche je Zentimeter gilt nur bis etwa vier Zentimeter. Darüber verlangsamt sich die Trocknung erheblich, weil die Feuchte aus immer tieferen Schichten an die Oberfläche wandern muss. Ein sechs Zentimeter starker Zementestrich kann drei Monate brauchen.

Beschleunigen lässt sich das durch Lüften und moderate Beheizung — nicht durch starkes Aufheizen, das treibt die Oberfläche zu schnell aus und schließt die Poren. Kalksulfat-Fließestrich und Schnellestriche verkürzen die Zeit deutlich, kosten aber mehr.

Ein durchgerechnetes Beispiel

Aufgabe: Wohnzimmer mit 32 Quadratmetern, Zementestrich auf Dämmschicht mit Fußbodenheizung, Rohrüberdeckung 45 Millimeter, Gesamtaufbau 65 Millimeter.

  1. Volumen: 32 m² × 0,065 m = 2,08 m³
  2. Masse bei 2.100 kg/m³: 4.368 kg
  3. Mit fünf Prozent Zuschlag: 4.586 kg, also 115 Säcke zu 40 kg
  4. Trocknung nach Faustregel: rund 110 Tage

Rund viereinhalb Tonnen Material und über drei Monate Wartezeit — beides gehört in die Bauzeitplanung, bevor der Bodenleger beauftragt wird. Die CM-Messung entscheidet am Ende, nicht der Kalender.

Häufige Fragen

Wie viel Estrich brauche ich pro Quadratmeter?

Rund 21 Kilogramm je Quadratmeter und Zentimeter Dicke bei Zementestrich. Für 25 Quadratmeter mit 5 Zentimetern sind das etwa 2.600 Kilogramm, also 65 Säcke zu 40 Kilogramm. Rechnen Sie fünf Prozent Zuschlag für Unebenheiten des Untergrunds ein.

Wie dick muss der Estrich mindestens sein?

Nach DIN 18560-2 bei Wohnlast und Verlegung auf Dämmschicht: Zementestrich 45 Millimeter, Calciumsulfatestrich 40 Millimeter. Bei Fußbodenheizung gilt das Maß über dem Heizrohr, die Gesamtdicke fällt also entsprechend größer aus. Wer darunter bleibt, riskiert Risse und Verformungen unter Last.

Wie lange muss Estrich trocknen?

Als Faustregel eine Woche je Zentimeter bis vier Zentimeter, darüber deutlich länger — die Trocknung verläuft nicht linear. Ein 6 Zentimeter starker Zementestrich braucht so eher zehn bis zwölf Wochen als sechs. Verbindlich ist allein die CM-Messung: Zementestrich gilt bei höchstens 2,0 CM-Prozent als belegreif, mit Fußbodenheizung bei 1,8.

Zementestrich oder Calciumsulfatestrich?

Zementestrich ist unempfindlich gegen Feuchte und deshalb in Bad, Keller und Außenbereich gesetzt. Calciumsulfatestrich lässt sich als Fließestrich schneller einbringen, darf dünner ausfallen und leitet Wärme besser — bei Fußbodenheizung ein echter Vorteil. In dauerfeuchten Räumen ist er ungeeignet.

Was ist Belegreife und wie wird sie gemessen?

Belegreife bedeutet, dass der Estrich trocken genug ist, um einen Bodenbelag aufzunehmen. Gemessen wird mit dem CM-Gerät: Eine Materialprobe reagiert mit Calciumcarbid, der entstehende Gasdruck zeigt den Feuchtegehalt an. Die Messung gehört zur Leistung des Bodenlegers und ist zu protokollieren — sie ist die Grundlage jeder späteren Gewährleistung.

Was ist Funktionsheizen?

Ein genormtes Aufheizprogramm nach DIN EN 1264-4, mit dem die Funktionsfähigkeit einer Fußbodenheizung nachgewiesen wird. Es ersetzt nicht das Belegreifheizen, das die Restfeuchte austreibt. Beide Vorgänge sind zu protokollieren, und beide brauchen Zeit im Bauablauf.

Wonach hier gerechnet wird

  • DIN 18560-2 — Estriche auf Dämmschicht, Nenndicken bei Flächenlasten
  • DIN EN 1264-4 — Funktionsheizen bei Fußbodenheizungen
  • Rohdichten: Zementestrich rund 2.100 kg/m³, Calciumsulfatestrich rund 2.150 kg/m³
  • Belegreife nach CM-Messung: Zementestrich 2,0 beziehungsweise 1,8 CM-Prozent

Dieser Rechner ist ein Planungshilfsmittel. Er ersetzt weder die Planung noch die Prüfung durch eine Fachkraft, die für die Ausführung verantwortlich bleibt.

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