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Von Daniel Burrichter 8 Minuten Lesezeit

Photovoltaik-Ertrag pro kWp: Tabelle für alle Postleitzahlgebiete

Wie viele Kilowattstunden ein Kilowatt-Peak in Ihrer Region bringt, für 87 Postleitzahlgebiete aus den PVGIS-Daten der EU-Kommission. Mit Schwankung zwischen den Jahren und dem Weg zur eigenen Anlage.

Gleich ausrechnen PV-Ertrag
In diesem Artikel

Eine Photovoltaikanlage in Deutschland erzeugt je Kilowatt-Peak zwischen 964 und 1.134 Kilowattstunden im Jahr, gerechnet für Südausrichtung und 30 Grad Neigung. Der Mittelwert über alle 87 hier erhobenen Postleitzahlgebiete liegt bei 1.045 Kilowattstunden. Den Wert für Ihre Region finden Sie in der Tabelle unten, nach den ersten beiden Ziffern Ihrer Postleitzahl.

Woher die Zahlen stammen

Alle Werte kommen aus PVGIS, dem Photovoltaik-Informationssystem des Gemeinsamen Forschungszentrums der Europäischen Kommission. PVGIS rechnet mit Satellitenmessungen der Sonneneinstrahlung über viele Jahre und ist das Werkzeug, auf das sich auch Planer und Verbraucherzentralen stützen.

Für jedes zweistellige Postleitzahlgebiet wurde ein Referenzort abgefragt, meist die größte Stadt des Gebiets. Die Abfrage war überall gleich:

  • 1 kWp installierte Leistung,
  • Südausrichtung, 30 Grad Neigung,
  • 14 Prozent Systemverluste für Kabel, Wechselrichter und Verschmutzung, der Standardwert von PVGIS.

Damit sind die Zahlen untereinander direkt vergleichbar. Unterschiede zwischen zwei Zeilen gehen allein auf den Standort zurück.

So lesen Sie die Tabelle

Einstrahlung ist die Sonnenenergie, die im Jahresmittel auf einen Quadratmeter geneigte Modulfläche trifft. Ertrag je kWp ist das, was davon nach allen Verlusten als Wechselstrom herauskommt. Die Spalte 10-kWp-Anlage zeigt den Jahresertrag einer typischen Einfamilienhausanlage.

Schwankung ist die Standardabweichung zwischen den einzelnen Jahren. Bei ± 60 Kilowattstunden je kWp liegt eine 10-kWp-Anlage in etwa zwei von drei Jahren höchstens 600 Kilowattstunden über oder unter dem Mittelwert. Ein sonniges oder trübes Jahr allein ist also kein Hinweis auf einen Defekt, solange die Abweichung in dieser Größenordnung bleibt.

Das Nord-Süd-Gefälle nach Postleitregionen

Zusammengefasst nach der ersten Ziffer der Postleitzahl zeigt sich das bekannte Bild, allerdings mit weniger Abstand, als oft angenommen:

Region (erste Ziffer)GrobGebieteSpanne je kWpMittel
0Sachsen, Thüringen-Ost, Sachsen-Anhalt-Süd81.031 bis 1.066 kWh1.052 kWh
1Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern8985 bis 1.051 kWh1.030 kWh
2Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen, Nordniedersachsen9964 bis 993 kWh979 kWh
3Südniedersachsen, Nordhessen, Ostwestfalen, Magdeburg10989 bis 1.058 kWh1.019 kWh
4Ruhrgebiet, Niederrhein, Münsterland9972 bis 1.058 kWh1.009 kWh
5Rheinland, Rheinhessen, Mosel, Siegerland9982 bis 1.092 kWh1.027 kWh
6Rhein-Main, Saarland, Pfalz, Nordbaden81.058 bis 1.100 kWh1.076 kWh
7Württemberg, Baden, Bodensee91.060 bis 1.134 kWh1.106 kWh
8Oberbayern, Schwaben, Oberschwaben81.098 bis 1.134 kWh1.108 kWh
9Franken, Oberpfalz, Niederbayern, Thüringen9965 bis 1.098 kWh1.056 kWh

Die Beschreibung der Regionen ist eine grobe Orientierung. Postleitregionen folgen nicht den Landesgrenzen.

Zwei Ausreißer innerhalb der Regionen sind lehrreich. Im Gebiet 98 (Schleusingen, Thüringer Wald) liegt der Ertrag mit 965 Kilowattstunden auf dem Niveau von Hamburg, obwohl die Region sonst zu den sonnigeren zählt. Mittelgebirge haben mehr Bewölkung und Nebel. Umgekehrt erreicht das Gebiet 41 (Mönchengladbach) mit 1.058 Kilowattstunden Werte wie Leipzig, deutlich mehr als das benachbarte Wuppertal (42) mit 972. Die Lage zu Höhenzügen wirkt also stärker, als die Himmelsrichtung auf der Landkarte vermuten lässt.

Die Tabelle aller 87 Gebiete

PLZ-GebietReferenzortEinstrahlungErtrag je kWp10-kWp-AnlageSchwankung
01Dresden1.320 kWh/m²1.056 kWh10.560 kWh± 67 kWh
02Bautzen1.299 kWh/m²1.043 kWh10.430 kWh± 71 kWh
03Cottbus1.324 kWh/m²1.058 kWh10.580 kWh± 66 kWh
04Leipzig1.326 kWh/m²1.058 kWh10.580 kWh± 64 kWh
06Halle (Saale)1.337 kWh/m²1.066 kWh10.660 kWh± 62 kWh
07Gera1.316 kWh/m²1.052 kWh10.520 kWh± 66 kWh
08Zwickau1.315 kWh/m²1.053 kWh10.530 kWh± 66 kWh
09Chemnitz1.284 kWh/m²1.031 kWh10.310 kWh± 66 kWh
10Berlin1.312 kWh/m²1.049 kWh10.490 kWh± 62 kWh
12Berlin1.315 kWh/m²1.051 kWh10.510 kWh± 62 kWh
14Potsdam1.306 kWh/m²1.043 kWh10.430 kWh± 60 kWh
15Frankfurt (Oder)1.310 kWh/m²1.048 kWh10.480 kWh± 62 kWh
16Eberswalde1.281 kWh/m²1.026 kWh10.260 kWh± 55 kWh
17Neubrandenburg1.273 kWh/m²1.023 kWh10.230 kWh± 50 kWh
18Rostock1.256 kWh/m²1.012 kWh10.120 kWh± 49 kWh
19Schwerin1.227 kWh/m²985 kWh9.850 kWh± 51 kWh
20Hamburg1.208 kWh/m²966 kWh9.660 kWh± 43 kWh
22Hamburg1.204 kWh/m²964 kWh9.640 kWh± 45 kWh
23Lübeck1.229 kWh/m²987 kWh9.870 kWh± 44 kWh
24Kiel1.210 kWh/m²976 kWh9.760 kWh± 38 kWh
25Bekmünde1.227 kWh/m²984 kWh9.840 kWh± 41 kWh
26Oldenburg1.214 kWh/m²972 kWh9.720 kWh± 48 kWh
27Bremen1.228 kWh/m²988 kWh9.880 kWh± 43 kWh
28Bremen1.230 kWh/m²983 kWh9.830 kWh± 48 kWh
29Celle1.246 kWh/m²993 kWh9.930 kWh± 54 kWh
30Hannover1.255 kWh/m²1.002 kWh10.020 kWh± 54 kWh
31Hildesheim1.272 kWh/m²1.020 kWh10.200 kWh± 60 kWh
32Minden1.247 kWh/m²997 kWh9.970 kWh± 54 kWh
33Paderborn1.234 kWh/m²989 kWh9.890 kWh± 63 kWh
34Kassel1.253 kWh/m²1.003 kWh10.030 kWh± 60 kWh
35Gießen1.322 kWh/m²1.054 kWh10.540 kWh± 50 kWh
36Fulda1.285 kWh/m²1.028 kWh10.280 kWh± 66 kWh
37Göttingen1.263 kWh/m²1.011 kWh10.110 kWh± 62 kWh
38Braunschweig1.281 kWh/m²1.026 kWh10.260 kWh± 60 kWh
39Magdeburg1.325 kWh/m²1.058 kWh10.580 kWh± 66 kWh
40Düsseldorf1.278 kWh/m²1.019 kWh10.190 kWh± 56 kWh
41Mönchengladbach1.324 kWh/m²1.058 kWh10.580 kWh± 49 kWh
42Wuppertal1.213 kWh/m²972 kWh9.720 kWh± 58 kWh
44Dortmund1.261 kWh/m²1.010 kWh10.100 kWh± 56 kWh
45Essen1.260 kWh/m²1.009 kWh10.090 kWh± 57 kWh
46Oberhausen1.256 kWh/m²1.004 kWh10.040 kWh± 54 kWh
47Duisburg1.259 kWh/m²1.006 kWh10.060 kWh± 53 kWh
48Münster1.263 kWh/m²1.009 kWh10.090 kWh± 55 kWh
49Osnabrück1.240 kWh/m²992 kWh9.920 kWh± 53 kWh
50Köln1.286 kWh/m²1.027 kWh10.270 kWh± 54 kWh
52Aachen1.277 kWh/m²1.029 kWh10.290 kWh± 60 kWh
53Bonn1.288 kWh/m²1.028 kWh10.280 kWh± 54 kWh
54Trier1.312 kWh/m²1.050 kWh10.500 kWh± 52 kWh
55Mainz1.378 kWh/m²1.092 kWh10.920 kWh± 50 kWh
56Koblenz1.280 kWh/m²1.020 kWh10.200 kWh± 53 kWh
57Siegen1.227 kWh/m²985 kWh9.850 kWh± 54 kWh
58Hagen1.219 kWh/m²982 kWh9.820 kWh± 62 kWh
59Hamm1.293 kWh/m²1.034 kWh10.340 kWh± 56 kWh
60Frankfurt am Main1.351 kWh/m²1.072 kWh10.720 kWh± 52 kWh
63Offenbach am Main1.351 kWh/m²1.072 kWh10.720 kWh± 51 kWh
64Darmstadt1.339 kWh/m²1.063 kWh10.630 kWh± 53 kWh
65Wiesbaden1.357 kWh/m²1.076 kWh10.760 kWh± 45 kWh
66Saarbrücken1.355 kWh/m²1.080 kWh10.800 kWh± 57 kWh
67Ludwigshafen am Rhein1.393 kWh/m²1.100 kWh11.000 kWh± 57 kWh
68Mannheim1.383 kWh/m²1.091 kWh10.910 kWh± 57 kWh
69Heidelberg1.342 kWh/m²1.058 kWh10.580 kWh± 58 kWh
70Stuttgart1.404 kWh/m²1.116 kWh11.160 kWh± 64 kWh
72Tübingen1.417 kWh/m²1.128 kWh11.280 kWh± 64 kWh
73Göppingen1.374 kWh/m²1.093 kWh10.930 kWh± 73 kWh
74Heilbronn1.396 kWh/m²1.106 kWh11.060 kWh± 60 kWh
75Pforzheim1.362 kWh/m²1.087 kWh10.870 kWh± 65 kWh
76Karlsruhe1.414 kWh/m²1.118 kWh11.180 kWh± 59 kWh
77Offenburg1.411 kWh/m²1.113 kWh11.130 kWh± 62 kWh
78Konstanz1.438 kWh/m²1.134 kWh11.340 kWh± 56 kWh
79Freiburg im Breisgau1.328 kWh/m²1.060 kWh10.600 kWh± 73 kWh
80München1.398 kWh/m²1.108 kWh11.080 kWh± 66 kWh
83Rosenheim1.388 kWh/m²1.098 kWh10.980 kWh± 64 kWh
84Landshut1.395 kWh/m²1.103 kWh11.030 kWh± 58 kWh
85Ingolstadt1.398 kWh/m²1.105 kWh11.050 kWh± 63 kWh
86Augsburg1.395 kWh/m²1.107 kWh11.070 kWh± 63 kWh
87Kempten1.391 kWh/m²1.110 kWh11.100 kWh± 66 kWh
88Ravensburg1.435 kWh/m²1.134 kWh11.340 kWh± 56 kWh
89Ulm1.387 kWh/m²1.101 kWh11.010 kWh± 58 kWh
90Nürnberg1.347 kWh/m²1.072 kWh10.720 kWh± 64 kWh
92Amberg1.336 kWh/m²1.064 kWh10.640 kWh± 60 kWh
93Regensburg1.384 kWh/m²1.095 kWh10.950 kWh± 55 kWh
94Passau1.374 kWh/m²1.086 kWh10.860 kWh± 46 kWh
95Bayreuth1.302 kWh/m²1.038 kWh10.380 kWh± 59 kWh
96Bamberg1.332 kWh/m²1.057 kWh10.570 kWh± 56 kWh
97Würzburg1.380 kWh/m²1.098 kWh10.980 kWh± 61 kWh
98Schleusingen1.203 kWh/m²965 kWh9.650 kWh± 58 kWh
99Erfurt1.289 kWh/m²1.034 kWh10.340 kWh± 70 kWh

Quelle: PVGIS 5.2 (JRC, Europäische Kommission), Datensatz PVGIS-SARAH2, eigene Abfrage. Süd, 30 Grad, 14 Prozent Systemverluste. Nicht jede zweistellige Kombination ist ein eigenes Postleitgebiet; fehlt Ihres, nehmen Sie das benachbarte.

Von der Tabelle zur eigenen Anlage

Die Tabellenwerte gelten für die günstigste Ausrichtung. Für Ihr Dach kommen drei Korrekturen hinzu:

  1. Anlagengröße: Ertrag je kWp mal installierte Leistung. Eine Anlage mit 8,4 kWp in Kassel (1.003 kWh) liefert rund 8.400 Kilowattstunden.
  2. Ausrichtung und Neigung: Südost und Südwest bringen rund 95 Prozent, Ost und West rund 82 Prozent, ein Flachdach ohne Aufständerung rund 86 Prozent des Südwerts. Die vollständige Faktortabelle steht beim PV-Ertragsrechner.
  3. Verschattung: Bäume, Gauben und Nachbarhäuser. Sie lässt sich nicht aus Tabellen ablesen und ist bei der eigenen Planung oft der größte Unsicherheitsfaktor.

Ein Beispiel: 10 kWp auf einem Ostdach mit 30 Grad in Nürnberg (Gebiet 90, 1.072 Kilowattstunden je kWp) ergeben 10 × 1.072 × 0,82 = rund 8.800 Kilowattstunden im Jahr, vor Abzug von Verschattung.

Wofür die Werte taugen und wofür nicht

Gut geeignet sind sie, um ein Angebot zu prüfen. Nennt ein Anbieter für eine Südanlage in Hamburg 1.150 Kilowattstunden je kWp, liegt er rund 19 Prozent über dem, was die Satellitendaten für diesen Ort erwarten lassen. Das kann an einem ungewöhnlich günstigen Rechenansatz liegen und sollte hinterfragt werden.

Gut geeignet sind sie auch, um die eigene Anlage zu überwachen. Liegt der Ertrag über mehrere Jahre deutlich unter dem Tabellenwert, obwohl Ausrichtung und Verschattung eingerechnet sind, lohnt ein Blick auf Wechselrichter und Module.

Nicht geeignet sind sie für die exakte Vorhersage eines einzelnen Jahres. Die Schwankungsspalte zeigt, wie groß die natürliche Streuung ist. Und sie ersetzen keine Vor-Ort-Planung, wenn das Dach teilweise verschattet ist oder mehrere Flächen mit unterschiedlicher Ausrichtung belegt werden sollen.

Warum der Standort überhaupt so viel ausmacht und wie sich Ost-West-Anlagen im Eigenverbrauch schlagen, erklärt der Artikel Photovoltaik: warum der Standort 18 Prozent Ertrag ausmacht. Wie viel des erzeugten Stroms Sie selbst nutzen, rechnet der Autarkie-Rechner aus.

Alterung einrechnen

Die Werte gelten für neue Module. Moderne Module verlieren typischerweise rund 0,5 Prozent Leistung im Jahr. Nach zwanzig Jahren liefert die Anlage also noch etwa 90 Prozent ihres Anfangsertrags. Für eine Wirtschaftlichkeitsrechnung über die gesamte Laufzeit ist der Mittelwert über die Jahre deshalb etwas niedriger anzusetzen als der Tabellenwert, grob um fünf Prozent.

Quellen und Normen

  • PVGIS 5.2, Joint Research Centre der Europäischen Kommission, Datensatz PVGIS-SARAH2
  • Abfrage je Referenzort: 1 kWp, Südausrichtung, 30 Grad Neigung, 14 Prozent Systemverluste (PVGIS-Standard)
  • Schwankung: Standardabweichung des Jahresertrags über die Einzeljahre des Datensatzes (PVGIS-Kennwert SD_y)
  • Eigene Erhebung, Skript daten/skripte/3-solardaten-holen.py im Quelltext der Seite

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