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Leitungsschutzschalter auswählen

Der Rechner prüft die Bedingung aus DIN VDE 0100-430: Der Nennstrom muss über dem Betriebsstrom und unter der Belastbarkeit der Leitung liegen. Ausgegeben wird der kleinste passende Wert.

Stromart

in Ampere

Auslösecharakteristik

Der Regelfall in Wohnungen: Steckdosen, Beleuchtung, Heizgeräte. Überall dort, wo keine nennenswerten Einschaltströme auftreten.

in Grad Celsius

Leitungsschutzschalter

B16

Nennströme DIN VDE 0100-430 · A

Alles zwischen den beiden Marken ist normgerecht. Gewählt wird der kleinste Wert im Fenster — er schützt die Leitung am besten.

Belastbarkeit der Leitung23 A
Bedingung161623
Löst aus bei48 bis 80 A
Normgerecht wären16 A, 20 A

Charakteristik B ist im Wohnungsbau der Regelfall. Bei Motoren oder größeren LED-Installationen kann C nötig sein, weil der Einschaltstrom sonst zum Fehlauslösen führt.

Normgerecht wären auch 20 A. Der kleinste Wert schützt die Leitung am besten.

Rechenweg anzeigen
I_b ≤ I_n ≤ I_z
Betriebsstrom I_b16 A
Belastbarkeit I_z23 A
Gewählter Nennstrom I_n16 A
Auslösung Typ B3- bis 5-facher Nennstrom

Die Bedingung, die alles bestimmt

I_b ≤ I_n ≤ I_z

Links steht der Betriebsstrom, den der Verbraucher zieht. Rechts die Strombelastbarkeit der Leitung. Dazwischen muss der Nennstrom des Schalters liegen. Ist er zu klein, löst er im normalen Betrieb aus. Ist er zu groß, schützt er die Leitung nicht mehr — sie kann überhitzen, ohne dass der Schalter reagiert.

Warum die Verlegeart mitzählt

Die Belastbarkeit hängt davon ab, wie gut die Leitung Wärme abgeben kann. Dieselben 2,5 mm² tragen offen auf der Wand 27 Ampere, im Rohr in der Wand 23 und in einer wärmegedämmten Wand nur 20. Wer die Verlegeart großzügig ansetzt, sichert am Ende eine Leitung ab, die den Strom gar nicht führen kann.

Häufung wird regelmäßig übersehen

Liegen mehrere Stromkreise im selben Rohr, heizen sie sich gegenseitig auf. Bei fünf gebündelten Kreisen bleiben 60 Prozent der Tabellenbelastbarkeit, bei neun nur noch 50. Eine 2,5-mm²-Leitung, die einzeln 23 Ampere trägt, schafft im Bündel von fünf nur noch 13,8 — dort ist ein B16 dann nicht mehr zulässig.

Die drei Charakteristiken

TypAuslösungEinsatz
B3- bis 5-facher NennstromSteckdosen, Licht, Heizgeräte — der Regelfall
C5- bis 10-facher NennstromMotoren, Transformatoren, größere LED-Anlagen
D10- bis 20-facher NennstromSchweißgeräte, Hebezeuge, Direktanlauf

Ein durchgerechnetes Beispiel

Aufgabe: Ein Steckdosenkreis mit 16 Ampere Betriebsstrom, verlegt mit 2,5 mm² im Rohr in der Wand, zusammen mit vier weiteren Stromkreisen im selben Bündel.

  1. Tabellenbelastbarkeit bei 2,5 mm² und Verlegeart B2: 23 A
  2. Häufungsfaktor bei fünf Stromkreisen: 0,60
  3. Tatsächliche Belastbarkeit: 23 × 0,60 = 13,8 A
  4. Bedingung 16 ≤ I_n ≤ 13,8 ist nicht erfüllbar

Ergebnis: In dieser Bündelung ist kein B16 zulässig. Entweder muss der Querschnitt auf 4 mm² wachsen oder die Stromkreise müssen getrennt verlegt werden. Genau dieser Fall wird auf Baustellen regelmäßig übersehen.

Häufige Fragen

Welche Sicherung gehört zu welchem Querschnitt?

Es gibt keine feste Zuordnung, weil die Verlegeart mitentscheidet. Als Anhalt bei üblicher Verlegung im Rohr in der Wand: 1,5 mm² bis B16, 2,5 mm² bis B20, 4 mm² bis B25, 6 mm² bis B32. In einer wärmegedämmten Wand liegen diese Werte jeweils eine Stufe niedriger, weil die Leitung dort weniger Wärme abgeben kann.

Was bedeuten B, C und D auf dem Schalter?

Sie beschreiben, bei welchem Vielfachen des Nennstroms der Schalter im Kurzschlussfall sofort auslöst. Typ B löst beim 3- bis 5-Fachen aus und ist der Regelfall in Wohnungen. Typ C beim 5- bis 10-Fachen, geeignet für Motoren und größere LED-Installationen mit hohem Einschaltstrom. Typ D beim 10- bis 20-Fachen, etwa für Schweißgeräte. Der Überlastschutz ist bei allen dreien gleich.

Darf die Sicherung größer sein als der Betriebsstrom?

Ja, solange sie die Belastbarkeit der Leitung nicht übersteigt. Die Bedingung nach DIN VDE 0100-430 lautet I_b ≤ I_n ≤ I_z. Sinnvoll ist trotzdem der kleinste passende Wert, denn ein größerer Schalter lässt im Fehlerfall mehr Strom fließen, bevor er abschaltet.

Warum löst mein Automat beim Einschalten aus, obwohl die Last passt?

Vermutlich wegen des Einschaltstroms. Schaltnetzteile, LED-Treiber und Transformatoren ziehen im ersten Moment ein Vielfaches ihres Betriebsstroms. Bei vielen LED-Leuchten an einem Kreis summiert sich das. Abhilfe schafft ein Schalter mit Charakteristik C, nicht ein größerer Nennstrom.

Ersetzt der Leitungsschutzschalter den FI?

Nein. Der Leitungsschutzschalter schützt die Leitung vor Überlast und Kurzschluss. Der Fehlerstromschutzschalter schützt Menschen vor gefährlichen Körperströmen. Beide sind erforderlich und erfüllen verschiedene Aufgaben.

Wonach hier gerechnet wird

  • DIN VDE 0100-430 — Schutz bei Überstrom, Bedingung I_b ≤ I_n ≤ I_z
  • DIN VDE 0298-4 Tabelle 3 — Strombelastbarkeit, und Tabelle 26 — Häufung
  • DIN EN 60898-1 — Auslösecharakteristiken B, C und D

Dieser Rechner ist ein Planungshilfsmittel. Er ersetzt weder die Planung noch die Prüfung durch eine Fachkraft, die für die Ausführung verantwortlich bleibt.

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