FI-Schutzschalter: Typ A, F oder B
Wählen Sie aus, was an diesem Stromkreis hängt. Der Rechner leitet daraus Typ und Bemessungsfehlerstrom ab — maßgebend ist immer der anspruchsvollste Verbraucher.
Mehrfachauswahl. Maßgebend ist der anspruchsvollste Verbraucher.
A30 mA
Typ A genügt für gewöhnliche Steckdosen- und Beleuchtungsstromkreise ohne Leistungselektronik.
Für Steckdosenstromkreise bis 32 A, die von Laien genutzt werden, ist ein Bemessungsfehlerstrom von 30 mA vorgeschrieben.
Ein Typ B ersetzt Typ A und F, umgekehrt gilt das nicht. Werden mehrere Verbraucher gemischt, richtet sich die Auswahl nach dem anspruchsvollsten.
Gerechnet nach DIN VDE 0100-410 · DIN VDE 0100-530 · DIN VDE 0100-722 und 1 weitere Planungshilfe – ersetzt keine Planung und Prüfung durch eine Fachkraft. Alle Grundlagen
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Warum es überhaupt verschiedene Typen gibt
Ein Fehlerstromschutzschalter vergleicht den hinfließenden mit dem zurückfließenden Strom. Fehlt etwas, nimmt es einen anderen Weg — möglicherweise durch einen Menschen. Die Messung erfolgt über einen Summenstromwandler, und genau dort liegt das Problem: Ein Wandler, der auf Wechselströme ausgelegt ist, erkennt Gleichanteile nicht.
Schlimmer noch: Ein glatter Gleichfehlerstrom magnetisiert den Kern vor und macht den Schalter auch für Wechselfehlerströme blind. Der Schutz fällt dann nicht nur teilweise, sondern vollständig aus — ohne dass es jemand bemerkt.
Die Typen im Überblick
| Typ | Erfasst zusätzlich | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| A | Pulsierende Gleichfehlerströme | Steckdosen, Beleuchtung, Haushaltsgeräte |
| F | Mischfrequenzen | Waschmaschine, Trockner, Umwälzpumpe |
| B | Glatte Gleichfehlerströme | Wallbox, Photovoltaik, Frequenzumrichter |
| B+ | Frequenzen bis 20 kHz | Zusätzlicher Brandschutz |
Jeder Typ deckt die darüberliegenden Zeilen mit ab, nicht umgekehrt.
Personenschutz und Brandschutz sind zweierlei
Ein Bemessungsfehlerstrom von 30 mA schützt Menschen: Er liegt unterhalb der Schwelle, ab der Herzkammerflimmern droht. 300 mA schützen vor Kabelbränden, für Menschen sind sie wirkungslos. Wer beides braucht, staffelt — ein 300-mA-Schalter als Hauptschutz, darunter 30-mA-Schalter für die Endstromkreise.
Häufige Fragen
Wann brauche ich Typ A und wann Typ B?
Ein FI-Schutzschalter vom Typ A genügt für gewöhnliche Steckdosen- und Beleuchtungsstromkreise. Typ B wird erforderlich, sobald glatte Gleichfehlerströme auftreten können — bei Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge, Photovoltaik-Wechselrichtern und dreiphasigen Frequenzumrichtern. Der Unterschied ist kein Komfortmerkmal: Ein glatter Gleichfehlerstrom kann den Typ A magnetisch vorsättigen und damit vollständig unwirksam machen.
Braucht jede Wallbox einen Typ B?
Eine Wallbox braucht nicht zwingend einen FI vom Typ B, denn viele Modelle enthalten selbst eine Gleichfehlerstrom-Erkennung, die ab 6 mA abschaltet. In diesem Fall genügt nach DIN VDE 0100-722 ein vorgeschalteter Typ A. Da ein Typ B je nach Ausführung mehrere hundert Euro kostet, lohnt der Blick ins Datenblatt vor dem Kauf.
Was ist Typ F und wofür braucht man ihn?
Ein FI-Schutzschalter vom Typ F liegt in seinem Erfassungsbereich zwischen Typ A und Typ B. Er erfasst zusätzlich Mischfrequenzen, wie sie einphasige Frequenzumrichter erzeugen — in modernen Waschmaschinen, Trocknern, Umwälzpumpen und Klimageräten. Für solche Stromkreise ist er die richtige Wahl, wenn kein Typ B nötig ist.
Ist Typ AC noch zulässig?
FI-Schutzschalter vom Typ AC sind für neue Anlagen in Deutschland nicht mehr zulässig. Typ AC erfasst nur sinusförmige Wechselfehlerströme und versagt bei pulsierenden Gleichfehlerströmen, wie sie praktisch jedes moderne Gerät mit Netzteil erzeugen kann. Bestandsanlagen dürfen weiterbetrieben werden, bei Änderungen ist auf mindestens Typ A umzustellen.
Was bedeuten 30 mA und 300 mA?
Die Angaben 30 mA und 300 mA bezeichnen den Bemessungsfehlerstrom, bei dem ein FI-Schutzschalter auslöst. 30 mA dienen dem Personenschutz und sind für Steckdosenstromkreise bis 32 A vorgeschrieben, die von Laien genutzt werden. 300 mA dienen dem Brandschutz und schützen keine Personen — beide Aufgaben lassen sich nicht durch ein Gerät abdecken.
Kann ich mehrere Verbrauchertypen an einem FI betreiben?
Mehrere Verbrauchertypen können an einem FI betrieben werden; der Typ richtet sich dann nach dem anspruchsvollsten Verbraucher. Ein Typ B deckt Typ A und F mit ab, umgekehrt gilt das nicht. Wer eine Wallbox und normale Steckdosen an denselben Fehlerstromschutz hängt, braucht für alles den Typ B — meist ist es günstiger, die Wallbox auf einen eigenen Stromkreis zu legen.
Wonach hier gerechnet wird
- DIN VDE 0100-410 — Schutz gegen elektrischen Schlag
- DIN VDE 0100-530 — Auswahl von Schutz-, Trenn- und Schalteinrichtungen
- DIN VDE 0100-722 — Stromversorgung von Elektrofahrzeugen
- DIN EN 62423 — Fehlerstromschutzschalter Typ F und B
Dieser Rechner ist ein Planungshilfsmittel. Er ersetzt weder die Planung noch die Prüfung durch eine Fachkraft, die für die Ausführung verantwortlich bleibt.
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