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Wallbox anschließen: Querschnitt und Absicherung

Leitung, Absicherung und Fehlerstromschutz für eine Wallbox — mit dem Hinweis, wann die interne Gleichfehlerstrom-Erkennung einen teuren Typ B erspart.

Zieht 15,9 A je Außenleiter

vom Verteiler zur Wallbox, in Metern

Empfohlener Querschnitt

2,5mm²

Normreihe DIN VDE 0295 · mm²

1,5 mm² reicht nicht. Der Leiter trägt in dieser Verlegeart nur 15 A, gebraucht werden 15,9 A.

Ladestrom15,9 A
LeitungsschutzschalterB16, dreipolig
FehlerstromschutzTyp A, 30 mA
Spannungsfall (Ziel ≤ 1 %)0,98 % — Bewertung: im Toleranzbereich
NetzbetreiberAnmeldung genügt

Erkennt die Wallbox glatte Gleichfehlerströme ab 6 mA selbst, genügt nach DIN VDE 0100-722 ein Fehlerstromschutzschalter Typ A. Prüfen Sie das Datenblatt — ein Typ B kostet je nach Ausführung mehrere hundert Euro.

Bis 12 kVA reicht die Anmeldung beim Netzbetreiber. Sie muss trotzdem erfolgen und wird von der Elektrofachkraft vorgenommen.

Charakteristik B ist im Wohnungsbau der Regelfall. Bei Motoren oder größeren LED-Installationen kann C nötig sein, weil der Einschaltstrom sonst zum Fehlauslösen führt.

Normgerecht wären auch 20 A. Der kleinste Wert schützt die Leitung am besten.

Gerechnet nach DIN VDE 0100-722 · DIN VDE 0100-520 · DIN VDE 0298-4 und 2 weitere Planungshilfe – ersetzt keine Planung und Prüfung durch eine Fachkraft. Alle Grundlagen

Auf dieser Seite

Was den Wallbox-Anschluss besonders macht

Eine Wallbox unterscheidet sich in einem Punkt grundlegend von anderen Verbrauchern im Haushalt: Sie läuft stundenlang unter voller Last. Ein Herd zieht Spitzen, eine Wallbox zieht drei bis acht Stunden konstant ihren Nennstrom. Was bei kurzer Belastung unkritisch wäre, wird hier zum Dauerzustand.

Das gilt auch für den Spannungsfall. DIN 18015-1 erlaubt drei Prozent, doch was in der Leitung abfällt, geht bei jeder Ladung als Wärme verloren. Der Rechner plant deshalb mit höchstens einem Prozent und empfiehlt so früher den nächstgrößeren Querschnitt, als es die Norm verlangen würde.

Drei Entscheidungen hängen zusammen

Ladeleistung, Querschnitt und Absicherung lassen sich nicht getrennt festlegen. Aus der Leistung folgt der Strom, aus Strom und Länge der Querschnitt, aus Querschnitt und Verlegeart die mögliche Absicherung. Der Rechner führt diese Kette in einem Durchgang.

LadeleistungStromAbsicherungNetzbetreiber
3,7 kW einphasig16,1 AB16 einpoligAnmeldung
7,4 kW einphasig32,2 AB32 einpolignicht zulässig, einphasig höchstens 4,6 kVA
11 kW dreiphasig15,9 AB16 dreipoligAnmeldung
22 kW dreiphasig31,8 AB32 dreipoligZustimmung nötig

Der Punkt, an dem sich Geld sparen lässt

Ein Fehlerstromschutzschalter Typ B kostet ein Vielfaches eines Typ A. Er ist erforderlich, weil Ladeelektronik glatte Gleichfehlerströme erzeugen kann, die einen Typ A blockieren würden. Viele Wallboxen lösen das intern: Sie überwachen selbst auf Gleichfehlerströme und schalten ab 6 mA ab. Dann genügt ein Typ A.

Diese Angabe steht im Datenblatt unter Begriffen wie „DC-Fehlerstromerkennung“ oder „RDC-DD integriert“. Wer sie vor dem Kauf prüft, spart mehrere hundert Euro — wer sie übersieht, zahlt doppelt.

Ein durchgerechnetes Beispiel

Aufgabe: 11-kW-Wallbox in der Garage, 28 Meter Leitungsweg vom Zählerschrank, Verlegung im Rohr in der Wand.

  1. Ladestrom: 11.000 W ÷ (1,732 × 400 V) = 15,9 A
  2. Belastbarkeit 2,5 mm² bei Drehstrom und Verlegeart B2: 20 A — reicht aus
  3. Spannungsfall bei 2,5 mm²: (1,732 × 28 × 15,9) ÷ (56 × 2,5) = 5,5 V oder 1,4 Prozent — unter der Grenze von drei Prozent, aber über dem Planungswert von einem Prozent
  4. Spannungsfall bei 4 mm²: (1,732 × 28 × 15,9) ÷ (56 × 4) = 3,4 V oder 0,9 Prozent
  5. Ergebnis: 4 mm², B16 dreipolig

Normgerecht wären auch 2,5 mm². Die Leitung verlöre dann aber bei jeder Ladung 1,4 Prozent der Energie als Wärme, bei acht Stunden Laden mit 11 kW rund 1,2 Kilowattstunden. Wer später auf 22 kW aufrüsten will, braucht bei Verlegung im Rohr 6 mm²: 4 mm² tragen dort nur 27 Ampere, gebraucht werden 31,8.

Häufige Fragen

Welchen Querschnitt braucht eine 11-kW-Wallbox?

Eine 11-kW-Wallbox kommt bei üblicher Verlegung bis etwa 20 Meter Leitungslänge mit 2,5 mm² aus, abgesichert mit B16 dreipolig. Bis etwa 32 Meter empfiehlt der Rechner 4 mm², bis etwa 48 Meter 6 mm². Er plant dabei mit höchstens einem Prozent Spannungsfall, weil eine Wallbox stundenlang unter Volllast läuft und jeder Verlust in der Leitung als Ladeenergie fehlt. Die Grenze nach DIN 18015-1 liegt bei drei Prozent; die hielte 2,5 mm² noch bis rund 60 Meter ein.

Wie viel Ampere zieht eine Wallbox?

Eine 11-kW-Wallbox zieht 15,9 Ampere je Außenleiter, eine 22-kW-Wallbox 31,8 Ampere. Die Rechnung lautet I = P ÷ (√3 × U), also 11.000 W geteilt durch 1,732 mal 400 V. Daraus ergibt sich die übliche Absicherung mit 16 beziehungsweise 32 Ampere.

Muss ich die Wallbox anmelden?

Jede Wallbox ist als Ladeeinrichtung beim Netzbetreiber anzumelden. Bis 12 kVA Anschlussleistung genügt die Anmeldung, darüber ist vorab die Zustimmung des Netzbetreibers einzuholen. Deshalb werden 22-kW-Wallboxen häufig nur mit Leistungsbegrenzung genehmigt. Die Anmeldung nimmt die eintragungspflichtige Elektrofachkraft vor.

Brauche ich zwingend einen FI vom Typ B?

Einen FI vom Typ B braucht eine Wallbox nur, wenn sie nicht selbst eine Gleichfehlerstrom-Erkennung mitbringt. Viele aktuelle Modelle erkennen Gleichfehlerströme ab 6 mA intern, dann genügt nach DIN VDE 0100-722 ein vorgeschalteter Typ A. Das steht im Datenblatt und macht mehrere hundert Euro Unterschied.

Kann ich die Wallbox selbst anschließen?

Eine Wallbox dürfen Sie nicht selbst anschließen: Der Anschluss ist einer eingetragenen Elektrofachkraft vorbehalten, die auch die Anmeldung beim Netzbetreiber übernimmt. Das ist keine Formalie: Fehler bei Absicherung oder Fehlerstromschutz führen bei stundenlanger Volllast zu realen Brandrisiken.

Wonach hier gerechnet wird

  • DIN VDE 0100-722 — Stromversorgung von Elektrofahrzeugen
  • DIN VDE 0100-520 und DIN VDE 0298-4 — Querschnitt und Belastbarkeit
  • DIN 18015-1 — höchstens drei Prozent Spannungsfall; der Rechner plant mit einem Prozent
  • VDE-AR-N 4100 — einphasige Ladeeinrichtungen höchstens 4,6 kVA
  • Niederspannungsanschlussverordnung — Anmeldung und Zustimmung des Netzbetreibers

Dieser Rechner ist ein Planungshilfsmittel. Er ersetzt weder die Planung noch die Prüfung durch eine Fachkraft, die für die Ausführung verantwortlich bleibt.

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