Wallbox anschließen: Querschnitt und Absicherung
Leitung, Absicherung und Fehlerstromschutz für eine Wallbox — mit dem Hinweis, wann die interne Gleichfehlerstrom-Erkennung einen teuren Typ B erspart.
Zieht 15,9 A je Außenleiter
vom Verteiler zur Wallbox, in Metern
2,5mm²
Normreihe DIN VDE 0295 · mm²
1,5 mm² reicht nicht. Der Leiter trägt in dieser Verlegeart nur 15 A, gebraucht werden 15,9 A.
Erkennt die Wallbox glatte Gleichfehlerströme ab 6 mA selbst, genügt nach DIN VDE 0100-722 ein Fehlerstromschutzschalter Typ A. Prüfen Sie das Datenblatt — ein Typ B kostet je nach Ausführung mehrere hundert Euro.
Bis 12 kVA reicht die Anmeldung beim Netzbetreiber. Sie muss trotzdem erfolgen und wird von der Elektrofachkraft vorgenommen.
Charakteristik B ist im Wohnungsbau der Regelfall. Bei Motoren oder größeren LED-Installationen kann C nötig sein, weil der Einschaltstrom sonst zum Fehlauslösen führt.
Normgerecht wären auch 20 A. Der kleinste Wert schützt die Leitung am besten.
Was den Wallbox-Anschluss besonders macht
Eine Wallbox unterscheidet sich in einem Punkt grundlegend von anderen Verbrauchern im Haushalt: Sie läuft stundenlang unter voller Last. Ein Herd zieht Spitzen, eine Wallbox zieht drei bis acht Stunden konstant ihren Nennstrom. Was bei kurzer Belastung unkritisch wäre, wird hier zum Dauerzustand.
Drei Entscheidungen hängen zusammen
Ladeleistung, Querschnitt und Absicherung lassen sich nicht getrennt festlegen. Aus der Leistung folgt der Strom, aus Strom und Länge der Querschnitt, aus Querschnitt und Verlegeart die mögliche Absicherung. Der Rechner führt diese Kette in einem Durchgang.
| Ladeleistung | Strom | Absicherung | Netzbetreiber |
|---|---|---|---|
| 3,7 kW einphasig | 16,1 A | B16 einpolig | Anmeldung |
| 7,4 kW einphasig | 32,2 A | B32 einpolig | Anmeldung |
| 11 kW dreiphasig | 15,9 A | B16 dreipolig | Anmeldung |
| 22 kW dreiphasig | 31,8 A | B32 dreipolig | Zustimmung nötig |
Der Punkt, an dem sich Geld sparen lässt
Ein Fehlerstromschutzschalter Typ B kostet ein Vielfaches eines Typ A. Er ist erforderlich, weil Ladeelektronik glatte Gleichfehlerströme erzeugen kann, die einen Typ A blockieren würden. Viele Wallboxen lösen das intern: Sie überwachen selbst auf Gleichfehlerströme und schalten ab 6 mA ab. Dann genügt ein Typ A.
Diese Angabe steht im Datenblatt unter Begriffen wie „DC-Fehlerstromerkennung“ oder „RDC-DD integriert“. Wer sie vor dem Kauf prüft, spart mehrere hundert Euro — wer sie übersieht, zahlt doppelt.
Ein durchgerechnetes Beispiel
Aufgabe: 11-kW-Wallbox in der Garage, 28 Meter Leitungsweg vom Zählerschrank, Verlegung im Rohr in der Wand.
- Ladestrom: 11.000 W ÷ (1,732 × 400 V) = 15,9 A
- Belastbarkeit 2,5 mm² bei Drehstrom und Verlegeart B2: 20 A — reicht aus
- Spannungsfall bei 2,5 mm²: (1,732 × 28 × 15,9) ÷ (56 × 2,5) = 5,5 V oder 1,4 Prozent
- Beide Kriterien erfüllt: 2,5 mm², B16 dreipolig
Bei 50 Metern läge der Spannungsfall schon bei 2,5 Prozent — noch zulässig, aber ohne Reserve. Viele Fachbetriebe legen bei Wallboxen deshalb grundsätzlich 4 mm², weil eine spätere Erweiterung auf 22 kW damit ohne neue Leitung möglich bleibt.
Häufige Fragen
Welchen Querschnitt braucht eine 11-kW-Wallbox?
Bei üblicher Verlegung und Leitungslängen bis etwa 20 Metern genügen 2,5 mm², abgesichert mit B16 dreipolig. Ab etwa 25 Metern wird der Spannungsfall maßgebend und der Querschnitt wächst auf 4 mm². Weil eine Wallbox stundenlang unter Volllast läuft, planen viele Fachbetriebe von vornherein eine Stufe größer.
Wie viel Ampere zieht eine Wallbox?
Eine 11-kW-Wallbox zieht 15,9 Ampere je Außenleiter, eine 22-kW-Wallbox 31,8 Ampere. Die Rechnung lautet I = P ÷ (√3 × U), also 11.000 W geteilt durch 1,732 mal 400 V. Daraus ergibt sich die übliche Absicherung mit 16 beziehungsweise 32 Ampere.
Muss ich die Wallbox anmelden?
Ja, jede Ladeeinrichtung ist beim Netzbetreiber anzumelden. Bis 12 kVA Anschlussleistung genügt die Anmeldung, darüber ist vorab die Zustimmung des Netzbetreibers einzuholen. Deshalb werden 22-kW-Wallboxen häufig nur mit Leistungsbegrenzung genehmigt. Die Anmeldung nimmt die eintragungspflichtige Elektrofachkraft vor.
Brauche ich zwingend einen FI vom Typ B?
Nur wenn die Wallbox nicht selbst eine Gleichfehlerstrom-Erkennung mitbringt. Viele aktuelle Modelle erkennen Gleichfehlerströme ab 6 mA intern, dann genügt nach DIN VDE 0100-722 ein vorgeschalteter Typ A. Das steht im Datenblatt und macht mehrere hundert Euro Unterschied.
Kann ich die Wallbox selbst anschließen?
Nein. Der Anschluss ist einer eingetragenen Elektrofachkraft vorbehalten, die auch die Anmeldung beim Netzbetreiber übernimmt. Das ist keine Formalie: Fehler bei Absicherung oder Fehlerstromschutz führen bei stundenlanger Volllast zu realen Brandrisiken.
Wonach hier gerechnet wird
- DIN VDE 0100-722 — Stromversorgung von Elektrofahrzeugen
- DIN VDE 0100-520 und DIN VDE 0298-4 — Querschnitt und Belastbarkeit
- Niederspannungsanschlussverordnung — Anmeldung und Zustimmung des Netzbetreibers
Dieser Rechner ist ein Planungshilfsmittel. Er ersetzt weder die Planung noch die Prüfung durch eine Fachkraft, die für die Ausführung verantwortlich bleibt.
Zum Weiterlesen
- Wallbox anschließen: was der Netzbetreiber verlangtAnmeldung, Zustimmung, Leistungsgrenzen und der Fehlerstromschutz — die formalen und technischen Anforderungen an eine Ladeeinrichtung im Überblick.
- FI-Schutzschalter: welcher Typ wofürTyp A, F, B oder B+ — warum die Auswahl keine Komfortfrage ist und ein falscher Typ den Schutz vollständig ausfallen lässt.